Krebs heilen

Heilt die hier vorgestellte Krebsdiät Ihren Krebs? NEIN!

Verbessert die Krebsdiät ihre Chancen, den Krebs zu heilen? JA!

Ziel der hier vorgestellten Krebsdiät ist es, Ihre Erfolgschancen zu verbessern, egal welche anderen Therapien zur Krebsheilung angewendet werden. Ich werde Ihnen die Arbeit von Dr. Eugene Fine vorstellen, der in seinen Studien die Krebsdiät anwendet. Auch möchte ich Ihnen Therapieansätze vorstellen, welche erst in der Zukunft voll zum tragen kommen werden. Hierzu gehört die zusätzliche Gabe von Stoffen wie 3-Bromopyruvat, 2-Desoxyglucose und Dichloracetat. Auch die Anwendung von hyperbarem Sauerstoff, parallel zur Krebsdiät, werden wir besprechen. Diese Methode wird gerade von D´Augustino und Seyfied intensiv erforscht.

Erst wenn die Mitochondrien in ihrer Funktion massiv gestört sind kommt es zur Entwicklung einer Krebserkrankung! (Prof. Dr. Thomas Seyfried)

mitochondriumAbbildung: Mitochondrium

Wie wir wissen wird in den Mitochondrien, bei einem gesunden Stoffwechsel, über 90% der Energie unseres Körpers in Form von ATP hergestellt. Diese geheimnisvollen Strukturen, die wahrscheinlich von Protobakterien abstammen, befinden sich in fast allen Körperzellen (außer Erythrozyten). Die äußere Membran ist kapselartig und die innere Membran ist strak gefaltet. Auf der inneren Membran befinden sich die höchst spezialisierten Eiweiß/Enzymstrukturen unseres gesamten Organismus (die Elektronen-Transport-Kette). Hier wird aus unserem Essen schließlich Energie.

Mitochondrien sind ausgefeilte Energieerzeuger. Sie benützen eine Art umgekehrte Photosynthese, indem sie von Kohlehydraten und Fetten Wasserstoffatome mit überschüssigen Elektronen (Hydrid-Ionen) abspalten und das frei werdende Elektron stufenweise von einem sehr energiereichen Zustand über mehrere Quanten-Schritte zu einem energieärmeren Elektron umwandeln, das dann zur Bildung eines Moleküls H2O und eines Moleküls CO2 verwendet wird. Dabei werden 32 energiereiche Phosphate (ATP-Moleküle) aus ADP und Phosphat hergestellt.

Alle diese Prozesse sind äußerst Komplex und verlangen ein optimales Zusammenspiel. Dies ist in einer gesunden Zelle gewährleistet. Eine Krebszelle unterscheidet sich massiv von der Funktion einer gesunden Zelle. Der Unterschied zwischen einer Krebszelle und einer gesunden Zelle liegt in der Art und Weise wie Energie erzeugt wird. Die Krebszelle kann keine Fette zur Energieerzeugung nutzen. Sie ist auf Zucker (aus Kohehydraten) angewiesen und kann diesen nur auf primitive urzeitliche Art in Energie umwandeln: über die Fermentation. Die Krebszelle atmet nicht mehr.

Wie schalten geschädigte Zellen von Respiration (Atmung) auf Fermentation um?

Mitochondrien haben eine Rückkoppelungs- Funktion die es ihnen erlaubt, auf kurzfristige Belastungen oder Schäden zu reagieren. Diese mitochondriale Rückantwort („retrograde response“) ist also ein Regulationswerkzeug, das der normalen zellulären Regulation entgegen läuft. Normalerweise bestimmen die Gene im Zellkern, was in der Zelle passiert. Bei der mitochondrialen Rückantwort steuern die Mitochondrien die Genexpression und damit den Zellstoffwechsel. Sie regen so z.B. die vermehrte Bildung von Glykolyse-Enzymen an, um die Zelle auf die Fermentation vor zu bereiten. Diese mitochondriale Rückantwort ist mit anderen Gen-Aktivierungs- Prozessen gekoppelt, die zu den krebsfördernden Stoffwechselprozessen gehören. Sie haben vielleicht schon vom „mTor“ Prozess gehört, andere dieser Prozesse heißen: „ Myc, Ras, HIF-1alpha und Akt“.

Interessant ist also dass die Stressrückkopplung aus den Mitochondrien nicht nur die Umstellung der Zelle auf Fermentation fördert, sondern auch direkt krebsfördernde Stoffwechselprozesse in Gang setzt. Mit der Aktivierung der Fermentations-Gene werden gleichzeitig andere Gene gebremst, welche für die Aktivierung der sauerstoffbasierten Energiegewinnung zuständig sind. Diese gebremsten Gene Produzieren aber normalerweise auch Stoffe, welche als Tumor- Suppressor- Gene bekannt sind (p53, APE-1 und SMC4). Damit bremst aber die Fermentations-Umschaltung in der Zelle die Reparatur-Funktionen an der DNA aus. Warum erfolgen diese ungünstigen und schließlich Krebs fördernden  Schritte? Eine Schwächung der Mitochondrien geht mit dem Altern einher. Je weniger Energie in form von ATP von unseren Mitochondrien hergestellt wird, desto schwächer wird das Membranpotential der Mitochondrien und der Zellen. Dieses Membranpotential ist für eine gesunde Funktion und Steuerung aber nötig. Das Membranpotential entsteht indem Natrium und Kalzium aus der Zelle heraus gepumpt werden. Normaler weise werden die Mitochondrien welche ein zu geringes Membranpotential aufweisen, beim ersten Stress abgebaut (Mitophagie) und durch neue, besser funktionierende Mitochonrien ersetzt. Bei einer Tumorzelle können sich die Mitochondrien nicht mehr durch Verschmelzung und DNA –Austausch reparieren. Die mitochondriale Rückkopplung wird so zum Dauerzustand.

Die Folgen dieses Dauerzustands sind:

  • Es werden immer mehr Radikale (ROS) gebildet; die Oxidation läuft ungebremst und zerstörerisch.
  • Eisen-Schwefel-Verbindungen werden zerstört. Diese werden für die Elektronen-Transport-Kette benötigt.
  • Ein sogenanntes P-Gluykoprotein wird aktiviert. Dieses pumpt toxische Stoffe aus der Zelle (wodurch auch bestimmte Chemotherapeutika in ihrer Wirkung blockiert werden).
  • Die Mitochondrien verlieren die Fähigkeit den programmierten Zelltod auszulösen.

Normalerweise würden die Mitochondrien in einer Zelle, welche unter einen enormen oxidativen Stress kommt, ein Programm auslösen, das zum Absterben der Zelle (Apoptose) führt. Dies passiert dauernd in unserem Körper und ist ein Schutzmechanismus, der verhindern soll, dass Zellen mit eventuell genetischen Defekten weiter leben und so Schaden anrichten. In jedem Moment werden in Ihrem Körper zig Zellen welche einen Schaden am Genom aufweisen und deshalb als präkanzerös gelten, ausrangiert. Wenn jedoch die Fermentation in einer Zelle überwiegt und die mitochondriale Rückkopplung und Prozesse wie der mTor Stoffwechselweg aktiviert wurden, dann wird genau diese rettende Reißleine des Zelltods umgangen und selbst Zellen mit massivsten Genschäden leben ungehindert weiter und vermehren sich sogar.

  • Kalzium leckt aus den Mitochondrien ins Zellplasma. Dadurch fehlt das Kalzium z.B. für den Schutz der Chromosomen-Spindel, welche für die saubere Trennung der Chromosomen bei der Zellteilung sorgt. So können ungleiche Trennungen und damit immer neue Genschäden entstehen.

Gestörte Mitochondrien können gesunde Zelle in nah und nach in Krebszellen verwandeln. Aus der Sicht der Evolution macht dies erst einmal keinen Sinn. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Vor Milliarden von Jahren hatte die Atmosphäre der Erde kaum Sauerstoff. Es gab noch keine Pflanzen. Die existierenden Mikroorganismen benutzten die Fermentation zur Energieerzeugung. Die Vermehrung diese Mikroorganismen lief nicht sehr gesteuert ab. Sie vermehrten sich einfach immer und so schnell wie eben möglich. Die ersten Mitochondrien traten vor 1,5 Milliarden Jahren auf, als es immer höhere Sauerstoffkonzentrationen in der Atmosphäre gab. Je nach Sauerstoffangebot war so ein Umschalten zwischen Fermentation und Respiration möglich.

Diese Anpassung an Sauerstoffmangel-Situationen hinterließ ein Programm in den Mitochondrien, die es ihnen auch heute noch ermöglicht bei Belastung den Zellstoffwechsel auf Fermentation umzustellen. Wir haben es hier also mit einem uralten Überlebensmechanismus zu tun. Später werden wir sehen wie bestimmte Sauerstofftherapien sich dieses alte Programm, im positiven Sinne, zu Nutze machen.

Das Auftreten der Mitochondrien ermöglichte Zellstrukturen, welche einen enormen Energiebedarf haben. So konnten Organe und komplexe Organismen entstehen. Komplexität und Ordnung stehen dem natürlichen Zerfall (Entropie) entgegen und funktionieren nur mit permanenter Energiezufuhr.

Fehlt diese Energiezufuhr, dann kann die Ordnung in den Zellstrukturen nicht mehr aufrechterhalten werden und es kommt zur Rückentwicklung. Die Zellen erinnern sich an den primitiven pilz-ähnlichen Zustand und koppeln sich aus ihrem vorgesehenen Funktions-Plan aus. Es entsteht Krebs.

Diese Krebszellen sind jedoch auf eine andauernde Versorgung mit Glukose angewiesen. Entzieht man den Krebszellen die Glukose, dann kommen Sie unter enormen Druck und werden super empfindlich auf z.B. Sauerstoff. Der Entzug von Glukose ist nicht ganz einfach. Er beginnt mit einer ketogenen Ernährung und enthält zusätzliche Fasten-Phasen. Während sich unsere gesunden Zellen auf eine ketogene Diät umstellen (Ketoadaption), können Krebszellen dies nicht. Während der Ketoadaption empfinden wir keinen direkten Hunger. Fastenperioden sind so leichter zu ertragen. Die gesunden Zellen und das Gehirn können Fette/Ketone verstoffwechseln und sind so geschützt. Die Krebszellen, können weder Ketonkörper noch Fette verstoffwechseln und kommen in eine enorme Belastungssituation. Prof. Seyfried konnte zeigen, dass Krebszellen in diesem Zustand so instabil sind, dass selbst geringe Bestrahlungsdosen zu massivem Absterben der Krebszellen führen, während die gesunden Zellen durch den Ketonstoffwechsel sogar strahlenresistenter sind.

Diagnose: Krebs

Die Diagnose Krebs ist natürlich ein Hammer. Kaum eine andere ärztliche Diagnose erzeugt so viel emotionellen Stress, sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Angehörigen und Therapeuten. Grund dafür ist, dass man es, nach dem allgemeinen Verständnis, mit einer Erkrankung zu tun hat, die man „noch nicht ganz versteht“ und die meist als „nicht heilbar“ gilt. Wir erinnern uns an Menschen in unserem Umfeld die oft qualvoll gestorben sind. Wenn man dann eine solche Diagnose präsentiert bekommt, ist es ganz verständlich, dass Betroffene sagen: „das ist wie wenn Ihnen jemand den Boden unter den Füßen wegzieht“. Schließlich vertrauen wir doch – im Notfall – unserer fortschrittlichen modernen Medizin. Wenn einem jedoch stark belastende Behandlungsmethoden wie Chemotherapie, Operation und Bestrahlung angeboten werden und als Ziel eine Verlängerung, der plötzlich so verkürzten Lebenserwartung, um Monate oder bestenfalls ein paar Jahre angestrebt wird, dann fällt man eben in ein Loch.

Natürlich ist es ein gesunder Reflex, nach dem Abschütteln des ersten Schocks, den Kampf gegen den Krebs aufzunehmen. Aber gegen was genau soll man da kämpfen. Schließlich sind die „Gen- Schäden“ ja schon passiert und können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Sobald sich der von Prof. Seyfried eigeleitete Paradigmenwechsel durchgesetzt hat, wird man Krebs nicht mehr als eine Gen basierte-, sondern als die Stoffwechsel- Erkrankung sehen, die sie ist. Dann kann der betroffene Patient selbst effektiv zur Behandlung beitragen. Ja, sein Verhalten wird der Schlüssel zum Behandlungserfolg sein. Eine Ernährungs- Umstellung wird die schärfste Waffe gegen den Krebs sein, dessen Schrecken dann in unserem kollektiven Bewusstsein langsam verblassen wird.

Dabei ist der Wissenschaft schon lange bekannt, dass bei Diabetikern die Auftretens-Wahrscheinlichkeit von Krebserkrankungen höher und die Prognose ungünstiger ist. Diabetiker vom Typ 2 (90% der Diabetiker) haben einen erhöhten Blutzuckerspiegel und in der Anfangsphase auch erhöhte Insulinwerte. Beide dieser Faktoren tragen zur Entwicklung einer Krebserkrankung bei. Beide führen zu einer Kaskade von Entzündungs- und Tumorwachstums- fördernden Faktoren. So führt ein erhöhter Insulin-Wert z.B. zu einer Erhöhung des IGF-1 (Insulin- like Groth Faktor 1). Krebszellen welche Rezeptoren für diesen Stoff haben, wachsen viel schneller (über die Aktivierung der Stoffwechselwege „PI3K, Akt und HIF“). Die so aktivierten Stoffwechselwege führen zudem zu einer schnelleren Zellteilung, zu einer Umgehung des programmieren Zelltods (Apoptose-Hemmung) und zu einer vermehrten Neubildung von Blutgefäßen („Angioneogenese“). Ohne die so induzierte Gefäß-Neubildung könnte kein Tumor die Größe von 2 mm (Durchmesser) überschreiten! Wenn wir also Fett statt Zucker/Kohlehydrate als unsere Energiequelle nutzen, dann wird kein vermehrtes Insulin ausgeschüttet. Es kommt nicht zu diesen Aktivierungs- Prozessen und ohne Gefäß- Neubildung kann der Tumor nicht wachsen.

Zusammenfassend sagt Prof. Seyfried also: Unabhängig davon welche Art von Krebs jemand hat und welchen Grad die Erkrankung erreicht hat. Und auch unabhängig davon welche genetischen Marker auf welch immer geartete Mutationen hinweisen, ist Krebs nicht jedes Mal eine andere Erkrankung auf die jeweils anders reagiert werde muss, sondern immer eine Erkrankung der Mitochondrien. Zellen mit gestörten Mitochondrien können nur noch auf Glukose und zum Teil auf die Aminosäure Glutamin als Energielieferant zurückgreifen. Während gesunde Zellen flexibel sind und auch Fette (Ketonkörper) als Energielieferant nutzen können, haben Krebszellen diese Möglichkeit nicht. Gesunde Zellen funktionieren sogar besser auf Ketonkörper- Basis. So haben Kinder mit Epilepsie z.B. keine Anfälle mehr, wenn das Gehirn Ketonkörper statt Zucker als Brennstoff erhält. Die Gehirnzellen können in der Ketose einfach besser funktionieren.

Was passiert bei der Ernährungsumstellung auf Ketose?

Wenn die Zufuhr von Kohlehydraten genügend eingeschränkt wird (wniger als 30g pro Tag), dann sinkt auch der Blutzuckerspiegel (z.B. von 100 mg/dl auf 70 mg/dl), die Insulinausschüttung wird auf einen Bruchteil reduziert und die IGF-1 Produktion bleibt aus. Auch die durch diese Faktoren ausgelösten Tumor-fördernden Stoffwechselwege werden dann zurückgehen. Der Tumor wird langsamer wachsen, es werden keine neuen Blutgefäße gebaut um den Tumor zu versorgen und der Tumor muss sich anstrengen genügend Glukose zu finden.

Gleichzeitig schaltet sich der Gegenspieler vom Insulin, das Glukagon vermehrt ein. Glukagon regt den Abbau von Fett an und sorgt so für einen Anstieg der Ketone und Fettsäuren im Blut. Die Ketonkörper (Acetoacetat, Aceton und β-Hydroxybutyrat bzw. 3-Hydroxybutyrat) sind Stoffe welche entstehen, wenn die hormonell aktivierte Lipase sich an unser Fettgewebe ranmacht und es „auflöst“. Die Tumorzellen können diese Energieträger nicht für ihren eigenen Energiebedarf nutzen (sorry, dass ich das immer wieder wiederhole!). Die Tumorzellen kommen unter Druck, während gleichzeitig unsere gesunden Zellen besser unter diesen veränderten Bedingungen zurechtkommen. So entwickeln die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bei erniedrigten Blutzuckerspiegeln die Fähigkeit, Glukose direkt über die Zellmembran aufzunehmen. Dazu bauen die roten Blutkörperchen vermehrt ein komplexes Molekül das als GLUT-1 bezeichnet wird. Auch andere Zellen können über die Produktion von Glut-1 die direkte Glukose-Aufnahme bei erniedrigtem Blutzucker- Spiegel erleichtern. Nur die Tumorzellen schaffen es nicht, bei einem erniedrigten Blutzuckerspiegel vermehrt Glut-1 herzustellen. Ein Teil ihrer Funktionseinbuße bestehet in der Unfähigkeit zur diesem Anpassungsschritt.

Obwohl das beim Fasten oder bei ketogener Ernährung vermehrt produzierte Glukagon auch für einen relativ stabilen Basis- Blutzuckerwert sorgt (über die sogenannte Glukoneognese aus Aminosäuren und Glycerin und den Abbau der Glykogen-Speicher) können Krebszellen diesen weniger gut nützen.

Freie Radikale und ketogene Ernährung

Wenn statt Kohlehydrate Ketonkörper wie beta- Hydroxybutyrat zur Energiegeninnung genutzt werden, entstehen deutlich weniger freie Radikale (ROS) und Entzündungsfaktoren. Diese reaktiven Verbindungen werden immer mehr mit verschiedensten chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Das bedeutet wenn sie Ihren Körper von einem „Kohlehydrat-Motor“ auf einen „Fett-Motor“ umstellen, entstehen deutlich weniger dieser schädlichen Stoffe (Oxidantien) und Sie beugen so einigen chronischen Erkrankungen vor. Erhöhte Ketose- Werte schützen so z.B. das Nervensystem. Neurologen bezeichnen diese als „neuroprotektiv“ und entwickeln Medikamente welche Ketonkörper enthalten. Man kann dies auch anders herum sehen: Zucker/Kohlehydrate als Brennstoff schädigt die Nervenzellen auf Dauer, während Ketonkörper sauber und unschädlich „verbrannt“ werden können. Wegen dieser sauberen Verbrennung und der fehlenden Freisetzung von Entzündungsfaktoren wird die ketogene Ernährung in der neurologischen Forschung als Vorbeugung von Alzheimer, Parkinson und Altersdemenz untersucht.

Prof. Seyfried schreibt:

“Es gibt kein Medikament, das mir bekannt wäre, welches besser geeignet ist, im Mikrostoffwechsel Entzündungsfaktoren zu reduzieren als die ketogene Ernährung. Eines Tages werden auf der Basis dieser Erkenntnisse die größten Fortschritte in der Krebsheilung erzielt werden.“ Die durch ROS und Zucker ausgelöste chronische Entzündung schädigt die Mitochondrien und führt letztlich zur Tumorerkrankung.

Weniger Zucker ->weniger freie Radikale-> weniger Entzündung-> weniger Krebs

Wie kann ich die Krebszellen aushungern?

Wegen der oft vorliegenden Auszehrung ist eine kalorienreduzierte Ernährung bei Krebspatienten ein „heißes Eisen“. Bei Versuchstieren ist jedoch eindeutig nachgewiesen worden, dass fasten sowohl ererbte als auch erworbene Tumorerkrankungen reduziert. Eine isokalorische kohlehydratarme Ernährung führt aber zu der gleichen Stoffwechsellage wie ein längeres Fasten, ohne am oft schon geschwächten Körper des Krebspatienten zu zehren. Isokalorisch bedeutet, dass der Patient so viele Kalorien zu sich nimmt, wie er Tag für Tag verbraucht. Die sonst aus Kohlehydraten stammenden Kalorien müssen dann aus Fetten (z.B. Kokosöl) stammen. Dabei darf die Ernährung nicht zu reich an Eiweißen sein. Die meisten Eiweiße enthalten die Aminosäure Glutamin, die von Krebszellen zur Energieerzeugung genutzt werden kann. Prof. Seyfried empfiehlt deshalb eine Ernährung deren Kalorien zu 80% aus Fett und zu jeweils 10% aus Kohlehydraten und Eiweißen stammen. (mehr dazu unter „Die Krebsdiät“)

Diese Ernährung zwingt den Organismus dazu Fett als primäre Energiequelle zu nutzen. Sie enthält gerade so viel Eiweiß wie der Körper für eine gesunde Funktion benötigt. Insgesamt soll die Kalorienaufnahme eher leicht unter als über dem isokalorischen Wert liegen. Bei stark reduzierter Zufuhr an Kohlehydraten macht eine Kalorieneinsparung einen größeren positiven Effekt, als der Verzicht auf jegliches Kohlehydrat. Es ist also besser reichlich Gemüse und Salate zu verzehren (welche alle etwas Kohlehydrate enthalten) und, bei einem Kalorienbedarf von z.B. 2300 Kalorien, nur 2000 Kalorien zu sich zu nehmen.

Das Ziel dieser Ernährung ist also den Organismus in eine effektive Fettverbrennungs- Maschine zu verwandeln. Dabei werden die Fettmoleküle (Triglyceride) in die drei Fettsäureketten und das Glycerin zerlegt, aus dem Sie bestehen.

Fettmolekül Fettmolekül

Die Fettsäureketten werden zuerst in Ketonkörper und später in Acetyl-Co A abgebaut, welches in den Zitronensäurezyklus der Mitochondrien eingespeist wird. Aus einer Fettsäurekette mit 21 Kohlenstoffen entstehen so 96 Moleküle ATP. Aus dem übrig gebliebenen Glycerin (3er Kohlenstoff) baut die Leber Glukose. Wenn man also mehr Fette verzehrt als man braucht, bildet die Leber etwas Zucker aus dem Glyzerin und es kommt zu einer geringen Insulinausschüttung. Deshalb ist es wichtig, bei der ketogenen Ernährung auch auf die gesamt-Kalorienmenge zu achten. Ein leichtes kalorisches Defizit führt auch zum Abbau der gespeicherten Fette (Körperfett), was auch die Entzündungsneigung verringert. Ziel ist eine Verringerung des Blutzuckers auf 55-65 md/dl und eine Erhöhung der Plasma-Keton-Werte auf 4 mM. Nur zum Vergleich: eine gesunde Person hat Nüchtern-Blutzuckerwerte von 80-90mg/dl und Keton-Werte um die 0,3 mM (Millimol). Der schnellste Weg zu den angestrebten Werten geht über eine initiale Fastenperiode von 3-5 Tagen (nur Wasser). Während dieser Phase können Zucker-Entzugs-Symptome auftreten wie: Schwäche, Übelkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen.

Alternativ dazu empfiehlt Prof. Seyfried eine Induktionsphase in der die Menge der verzehrten Kohlehydrate auf 12 Gramm täglich reduziert werden. Gleichzeitig müssen die Eiweiße auf 0,8 bis 1,2 Gramm pro Kilo Körpergewicht eingeschränkt werden. Mit dieser Form der extremen ketogenen Ernährung erreichen Sie die oben angegebenen Werte in 3-6 Wochen. Wenn Sie die Werte dann erreicht haben, dann können Sie eine Art Feineistellung über die Menge der verzehrten Kohlehydrate und die Gesamtkalorien erreichen, indem sie den Ketonwert von 4 mM so genau wie möglich halten. Empfohlen wir eine Gesamtkalorienmenge die etwa 20-30% unter Ihrem Grundumsatz liegt. Diesen können Sie hier berechnen: http://www.fettrechner.de/berechnungstools/kalorienverbrauch/kalorienverbrauch.html

Wenn Sie übergewichtig sind und unter dieser Ernährung Gewicht verlieren, dann empfiehlt Prof. Seyfried die Kalorienzahl so zu bemessen, dass Sie nicht mehr als 1 Kilogramm pro Woche verlieren. Ebenso empfiehlt er die gleichzeitige Einnahme eines Multivitamin-Präparats und Magnesium, Calcium, Omega 3 und Vitamin D-Präparate.

Achtung: dies ist eine extreme Form der Ernährung. Sie wird von Prof. Seyfried bei Krebserkrankungen empfohlen. Um ein Metabolisches Syndrom, einen Diabetes Typ 2, einen Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen und Entzündungen positiv zu beeinflussen reicht eine „gemäßigte“ Kohlehydrat- reduzierte Ernährung vollkommen aus. Es dürfen dabei deutlich mehr Gemüse gegessen werden und der angestrebte Ketonwert im Blut liegt bei 0,5 bis 1,5 nM!!!

Es könnte schwierig werden, Ihren Hausharzt von einer regelmäßigen Blutentnahme zur Bestimmung der Ketone zu überzeugen. Sie können statt dessen auch direkt in ein Labor gehen und sich dort auch das Blut abnehmen lassen, oder Sie kaufen sich ein Gerät mit dem Sie zu Hause die Ketonwerte bestimmen können. Leider sind die meisten am Markt befindlichen Geräte nicht korrekt genug. Wenn Sie Interesse an einem Gerät haben, nehmen Sie doch einfach mit mir Kontakt auf.

Wenn Sie auf eine Tumor-Operation warten, können Sie mit der extremen Form der ketogenen Ernährung, nach Prof. Seyfried, die Blutzufuhr zum Geschwulst verringern, die Entzündungsfaktoren abbauen und die Größe des Tumors schon reduzieren und es dem Chirurgen umso leichter machen.

Generell müssen Sie Ihrem Arzt mitteilen dass Sie eine ketogene Ernährung einhalten. Es ist nämlich notwendig, die Medikamente anzupassen, welche Sie gerade einnehmen. So werden z.B. Blutdruckmedikamente oft überflüssig, weil ein erhöhter Blutdruck unter der ketogenen Ernährung stark abfallen kann. Auch Diuretika werden meist überflüssig. Insulin und orale Anti-Diabetika werden meist auch reduziert oder ganz eingestellt werden müssen um extreme Hypoglykämien zu vermeiden. Auch die Elektrolyte müssen regelmäßig überprüft werden. Wenn wir vorher viele Kohlehydrate gegessen haben, werden die Nieren gewohnt sein, vermehrt Natrium zurück zu halten. Dies fällt unter der ketogenen Ernährung weg und die Nieren geben das Natrium leichter ab. Deshalb kann es zu einer Verschiebung der Elektrolyte im Blut kommen. Generell muss unter der ketogenen Ernährung für eine gleichmäßige aber moderate Kochsalzzufuhr gesorgt werden. Eventuelle Kortison-Einnahmen müssen langsam reduziert werden, damit die ketogene Ernährung funktionieren kann. Kortison (z.B. Dexomethasone) führt ja zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels und kann so das Tumorwachstum unterstützen. Generell ist die Durchführung einer ketogenenen Ernährung kein „Kinderspiel“ und ich würde Ihnen empfehlen nicht nur Ihren Arzt zur Unterstützung zu gewinnen, sondern auch im sozialen Umfeld Menschen zu rekrutieren um Ihnen alle Unterstützung zu geben.

Trotzdem warnt Prof. Seyfried die ketogene Ernährung nicht als die einzige Anti-Tumor-Maßnahme einzusetzen. Er sagt: „wir glauben nicht, dass KKE (kalorienreduzierte ketogene Ernährung) alleine eine vollständige Krankheits- beseitigende Maßnahme für die meisten Krebspatienten ist.“ Er geht bei den zusätzlichen Maßnahmen auf ein paar Strategien ein, bittet jedoch die Wissenschaft ihn bei dieser Arbeit zu unterstützen. Eine der zusätzlichen Vorgehensweisen nützt den Zuckerhunger der Tumore aus. Der veränderte Zucker Fluro-Dehydroxy-Glukose wird vom Patienten eingenommen und von den Krebszellen gierig aufgenommen. Dieser Zucker kann jedoch nicht zu Energie umgewandelt werden und blockiert so den Fermentations-Stoffwechsel der Krebszellen.

Warum brauchen wir einen neuen Ansatz bei der Krebstherapie?

  • Bisherige Therapien zeigen oft anfänglich gute Ergebnisse, greifen aber einen sekundären Effekt des Krebsgeschehens, die Genommutationen, an. Sie müssen sehr hoch dosiert eingesetzt werden und verursachen heftige Nebenwirkungen.
  • Chemotherapie ist auch für gesunde Zellen giftig und Chemotherapeutika sind oft selbst als karzinogen eingestuft. Oft entwickeln die Krebszellen Resistenzen gegen wiederholt eingesetzte Chemotherapeutika. Es besteht das Risiko, dass der Krebs dann aggressiver zurückkommt.
  • Hoch dosierte Strahlentherapie aktiviert die Stoffwechselwege PI3K, Akt und HIF, welche mit Tumorwachstum assoziiert sind. Dies fördert nicht nur das Tumorwachstum, sondern auch die Gefäßneubildung und die Widerstandsfähigkeit gegen Chemotherapeutika. Auch wird durch die Bestrahlung die Zellfusion und Bildung aggressiver Hybridzellen gefördert. Natürlich zerstört eine hochdosierte Bestrahlung auch gesunde Mitochondrien und fördert so das Auftreten neuer Tumorerkrankungen („Sekundärtumore“).

Kalorienreduzierte ketogene Ernährung (KKE) löst dagegen einen natürlichen und entzündungsfreien Prozess aus: den programmierten Zelltod. Es gibt dabei keine Kollateralschäden- das gesunde Gewebe wird sogar gestärkt. Ein möglicher Gewichtsverlust geht nicht mit einer Schwächung einher. Im Gegenteil, die Patienten auf KKE berichten von einer zunehmenden allgemeinen Leistungsfähigkeit. KKE ist also eine nicht-toxische Methode um bei den verschiedensten Tumorerkrankungen die tumorfördernden Stoffwechselprozesse zu reduzieren.

Komplementäre unterstützende Maßnahmen

Wie berichtet, sieht Prof. Seyfried die kalorienreduzierte ketogene Ernährung nicht als Einzelmaßnahme bei Krebserkrankungen an. Folgende zusätzliche Ansätze sieht er als erfogsversprechend an:

  • Anti-Glykolytische Medikamente (wie 3-Bromopyruvat) welche zusätzlich noch die fermentative Energiegewinnung in den Tumorzellen blockieren. Hierdurch hätte man schon einen “Doppelschlag” der den Glukose abhängigen Tumoren den Garaus machen würde.
  • Auch orale Antidiabetika können unter strenger permanenter Blutzuckerkontrolle, zusätzlich zur KKE, zum Einsatz kommen (Gefahr: extreme Hypoglykämie).
  • Hyperbarer Sauerstoff wäre eine elegante, nicht toxische Methode, den unter KKE geschwächten Krebszellen, den letzten Stoß zu geben. Die Therapie könnte in allen bestehenden Druckkammern, welche für Taucherunfälle gedacht sind, aber meist nicht gebraucht werden, eingesetzt werden. Hierbei wird zweimal wöchentlich, eine halbe Stunde lang, reiner Sauerstoff unter dem dreifachen atmosphärischen Druck geatmet. Der Überschuss an Sauerstoff erhöht nicht nur die für die Tumorzellen besonders toxischen freien Sauerstoffradikale; er reduziert auch das Enzym Hexokinase II, welches für eine optimale Zuckerverwertung in der Zelle notwendig ist.

 

Nur um eines klar zu stellen: Wenn Sie sich gerade in einer Krebs- Behandlung befinden, so bedeutet dies nicht, dass Sie ohne die KKE keine Erfolgsaussichten haben. Oft ist die chirurgische Entfernung des Tumors schon ausreichend, um eine Heilung zu erreichen. Wenn Sie einen unkomplizierten Tumor haben, der problemlos entfernt werden kann, dann sollten Sie keine Zeit verstreichen lassen, diesen zu entfernen, bevor er metastasiert. Bei einigen Krebsarten hat auch die übliche Chemo- und Strahlentherapie schon zuverlässig Erfolge gefeiert. Chemotherapie und Bestrahlung töten ja wie bereits erwähnt die Krebszellen leichter ab, weil diese auf Grund ihres veränderten Stoffwechsels empfindlicher sind. Und mit einem ausreichend aktiven Immunsystem, schafft der Körper dann den Rest. Manche Menschen ändern nach einem solchen „Krebs-Schock“ auch ihre Lebensweise, sorgen besser für sich selbst und hören zum Beispiel mit dem Rauchen auf. Sie ernähren sich gesünder und bewegen sich mehr; oder haben einfach nur Glück und der Krebs kehrt nicht zurück. So hat die bisher übliche Krebstherapie auch ihre Erfolge gefeiert. Es geht hier mehr darum den Menschen zu helfen, welche keine solch guten Erfolgsaussichten haben, oder schon erfolglose Behandlungen hinter sich haben.

Dazu gehören besonders Patienten mit Gehirntumoren. Wegen des großen Energiehungers des Gehirns, wirkt sich dort eine andauernde „Zucker- Überlastung“ besonders stark aus. Vielleicht ist dies der Grund, warum Gehirntumore auch bei noch jüngeren Patienten immer häufiger auftreten.

Hier ein paar Fallstudien aus Prof. Seyfrieds Buch:

Frau Dr. Linda Nebeling, die jetzt am National Cancer Institut der USA arbeitet, hat die erste Studie mit der ketogenen Ernährung bei Hirntumoren durchgeführt (Nebling 1995). Dabei wurden zwei kleine Mädchen, die eine 3 Jahre alt mit einem Astrozytom Grad IV und die andere 8 Jahre alt mit einem Astrozytom III. Grades, mit der ketogenen Ernährung behandelt. Beide Mädchen reagierten gut auf die ketogene Ernährung und konnten ihre Tumore, ohne weitere Chemo- oder Strahlentherapie, um über 20% reduzieren und auf Dauer in Schach halten.

Dr. Giulio Zuccoli (ein italienischer Neuro-Radiolologe) und Thomas Seyfried veröffentlichten folgende Fallstudie [Zuccoli 2010]: Eine Frau mit einem Glioblastom (ein Hirntumor) die mit einer stark kalorienreduzierten ketogenen Ernährung (600 kcal/Tag) behandelt wurde.

Bei der Diagnosestellung erhielt die Patientin noch Steroide um die Entzündung zu reduzieren und Anti-Epileptika gegen die Krampfanfälle. Sie fastete ein paar Tage und wurde dann operiert um die Tumormasse zu reduzieren. Anschließend kam die Umstellung auf die stark kalorienreduzierte ketogene Ernährung. Nach 14 Tagen konnten die Steroide (Kortison) abgesetzt werden. Die Patientin wurde mit einer milden Chemotherapie und Bestrahlung behandelt. Nach weiteren 2 Monaten wurden auch diese Behandlungen abgesetzt. Eine Woche danach wurde sowohl ein PET- Scan als auch eine Kernspin- Tomographie durchgeführt. Man konnte weder ein Tumorgewebe noch eine entzündliche Schwellung feststellen. Die Patienten beendete daraufhin auf eigenen Wunsch die kalorienreduzierte ketogene Ernährung. Bei einer erneuten Kontrolluntersuchung nach 10 Wochen wurde bei der Kernspintomographie ein erneutes Tumorwachstum festgestellt.

Dieser Fallbericht belegt folgendes:

1, die ketogene Diät war bei der Patientin erfolgreich und wurde ohne große Probleme und Nebenwirkungen toleriert,

2, die ketogene Diät ist möglicherweise eine gute zusätzliche Maßnahme bei ähnlichen Fällen, bei denen die zu erwartenden Therapieerfolge sonst nicht gerade gut wären und

3, wegen der anti-entzündlichen Wirkung der ketogenen Ernährung konnte auf Steroide(Kortison) verzichtet werden (Glucokortikoide erhöhen den Blutzucker und fördern so das Tumorwachstum).

Dr. Eugene Fine, Professor für Nuklearmedizin, veröffentlichte vor nicht zu langer Zeit folgende 28 tägige Pilot-Studie [Fine 2012]. Zehn Männer und Frauen im Alter von 53-73 Jahren welche an den unterschiedlichsten Krebsarten litten (3 Dickdarm-, 2 Brust-, 2 Lungen-, 1 Ovarial-, 1 Speiseröhren- und 1 Eileiter- Karzinom) wurden auf eine kalorienmäßig nicht eingeschränkte ketogene Diät gesetzt. Nur die Kohlehydrate wurden auf 9% des täglichen Energiebedarfs beschränkt (das ist großzügig und nicht nötig). Die Eiweiß- und Fettmengen wurden nicht eingeschränkt. Nun: bei allen Patenten bei denen sich unter dieser Ernährung eine deutliche Ketose (0,8- 1,2 mMol/dl) entwickelte, schrumpften die Tumore nachweislich (mittels PET-Scan).

Dr. Fine führt die Schrumpfung nicht nur auf den Effekt der Ketone, sondern auch auf die reduzierte Insulin-Freisetzung unter ketogener Ernährungsweise zurück. In den verschiedensten Studien konnte sein Team nachweisen, dass alle tumorfördernden Stoffwechselwege von einer aktiven Nutzung des Insulinrezeptors abhängen. Keine Insulinfreisetzung -> keine Andockung des Insulins an den Rezeptor -> keine Freisetzung dieser Tumorförderstoffe. Dabei ist es interessant anzumerken, dass die neuen „intelligenten“ und teuren Krebsmedikamente wie Rapamycin nichts anderes tun, als diese tumorfördernden Stoffwechselwege (PI3K, HIF, mTor und Akt) zu hemmen. Dr. Fine fand heraus, dass eine ketogene Ernährung genau die gleichen Effekte hat. Hier sein brillanter Vortrag:

Beth Zupec-Kania ist eine spezialisierte Ernährungsberaterin, die Kindern mit Epilepsie hilft die ketogene Ernährung einzuhalten. Vier Patienten mit Glioblastom (Hirntumor) baten sie darum auch ihnen bei der Umstellung auf ketogene Ernährung zu helfen und Frau Zupec-Kania dokumentierte ihren Verlauf. Drei der vier Patienten hatten bei allen späteren Kernspin- Untersuchungen einen Rückgang des Tumors zu verzeichnen. Von diesen dreien leben zwei noch heute. Viele Jahre, nach denen ihnen eröffnet wurde, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hätten. Der dritte Patient hatte schon zu Beginn der ketogenen Ernährung ein weit fortgeschrittenes Stadium. Er überlebte die zwei Monate Lebenserwartung, die ihm bei Diagnosestellung gegeben wurden, um ein volles Jahr und war dabei bis auf die letzten 8 Wochen voll aktiv und beschwerdefrei.

Die Krebsdiät

Obwohl die hier beschriebene kalorienreduzierte ketogene Diät (KKD) oder auch fastenequivalente Diät als therapeutische Maßnahme bei der Epilepsie zugelassen ist, so geschieht doch jede Anwendung zu einem anderen gesundheitlichen Zweck, aus Ihrer eigenen Entscheidung und auf Ihr eigenes Risiko!

Die fastenequivalente Diät (FD) wirkt nach einem klaren Prinzip. Die Krebszelle braucht Zucker (Glukose) zum überleben. Wenn die Nachschub an Glukose eingeschränkt ist, dann muss der Krebs mit anderen Zellen um die noch vorhandene Glukose streiten. Während nun gesunde Zellen lernen, Ketonkörper (aus Fett) zu Energie umzuwandeln, können Krebszellen dies nicht. Die Krebszellen kommen dadurch unter einen enormen Druck; während die gesunden Zellen sogar von der Verbrennung der Ketonkörper profitieren. Laut den Forschungen von D´Agostino und Seyfried (siehe unter „Wie entsteht Krebs?“) beginnt die Umstellung auf die Ketonkörper- Verbrennung am schnellsten mithilfe eines 3- tägigen Wasser-Fastens. Danach kann dann eine Ernährung eingehalten werden, welche bei jedem eine andere prozentuale Zusammensetzung hat, aber reich an Fett ist und bei Kohlehydraten und Eiweiß eingeschränkt ist.

Das Maß einer erfolgreichen Umstellung auf Ketonkörper-Verbrennung ist ein Verhältnis von 2:1 oder idealer Weise sogar 1:1 von Glukose zu Ketonkörpern (jeweils mmol/l) im Blut. Dies lässt sich einfach messen, indem man die Fingerbeere an piekst und einen Bluttropfen auf Messstäbchen aufbringt. So misst ein Diabetes-Patient auch selbst seinen Blutzuckerwert. Nur messen Sie zusätzlich noch den Ketonwert.

Ein Verhältnis Glucose zu Ketonkörper von 2:1, oder weniger, entspricht der Stoffwechsellage, die Sie beim Fasten erreichen. Obwohl Sie also essen dürfen, läuft Ihr Stoffwechsel so, als würden Sie fasten. Deshalb nenn wir die hier vorgestellte Krebsdiät auch „fastenequivalente“ Diät.

Wie funktioniert die Krebsdiät?

Die beste Strategie zum Anfang ist wirklich ein reines Wasserfasten für 48 bis 72 Stunden. Konkret heißt dies, dass Sie außer Wasser (Grüner Tee !!!, Früchtetee, Kräutertee) nichts zu sich nehmen. Erlaubt ist höchstens etwas klare Brühe. So erreichen Sie die notwendigen Ketosewerte zuverlässig. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie gesund genug sind, zu fasten. Wenn nicht, dann fangen Sie einfach mit der hier beschriebenen Ernährung an. Die Umstellung dauert dann zwar etwas länger, aber nach ein bis zwei Wochen sollten Ihre Ketosewerte auch auf über 3 mmol/l angestiegen sein. Wenn nicht, dann bleiben Sie auf der Diät, setzten aber 1 bis 2 Mahlzeiten aus. Dies gibt oft den „Kick“ den ihr Stoffwechsel für die Umstellung braucht.

Die Diät selbst ist einfach. Das Wichtigste ist, die Menge der verzehrten Kohlehydrate stark zu verringern. 12 Gramm sind für die Meisten das Limit. Zudem müssen Sie die Menge des täglich verzehrten Proteins (Eiweiß) auf 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht beschränken. Dies ist wichtig, da auch Eiweiße einen Insulin-Ausstoß verursachen. Den Insulin-Ausstoß zu senken ist ein wichtiger Faktor bei der Krebsdiät. Außerdem kann Eiweiß, vor allem in Kombination mit Kohlehydraten die Freisetzung von IGF1 in der Leber fördern. IGF1 ist ein Wachstumsfaktor und neben dem Insulin Ihr größter Widersacher bei der Krebsdiät. Sie sollten praktisch nur so viel Eiweiß zu sich nehmen, wie es nötig ist, um den Abbau von Muskeleiweiß zu verhindern. Der Rest der Nahrung stammt aus Ölen und Fetten. Diese sollten natürlich aus möglichst guten Quellen stammen. Dazu gehören Olivenöl, Kokosfett und Butter von Kühen welche ausschließlich mit Gras, Silage oder Heu gefüttert werden (z.B. Kerrygold).

Sobald Sie mit der Ernährungsumstellung beginnen wird ihr Blutzuckerspiegel absinken. Passen Sie also auf, wenn Sie Blutzucker senkende Medikamente einnehmen (Hausarzt mit einbeziehen!). Wenn ihr Nüchtern- Blutzucker von 100 mg/dl auf 80 mg/dl und dann 70 mg/dl sinkt, wird gleichzeitig ihr Keton-Spiegel auf 2 bis 4 mmol/l ansteigen. Der Bereich zwischen 2-4 mmol/l wird von Seyfried die „therapeutische Zone“ genannt. Die therapeutische Zone ist ein Stoffwechsel- Zustand, der für die Krebszellen extrem „feindlich“ und für die gesunden Zellen sehr „freundlich“ ist. Wenn Sie ein Ketonmessgerät haben, dann sollten Sie zu Anfang 2-3 mal täglich den Wert bestimmen. Messen Sie gleichzeitig immer den Blutzucker. Dann wissen Sie mit der Zeit, bei welchem Blutzucker- Wert Ihr Ketonwert in der therapeutischen Zone liegt. Die Messungen sollten vor dem Frühstück und 2 Stunden nach dem Mittag- und Abendessen durchgeführt werden.

Legen Sie auf jeden Fall ein Bücherl mit ihren Werten an. Wenn Sie dort auch eintragen, was Sie gegessen haben, dann finden sie schnell die Nahrungsmittel heraus, welche Sie aus der Ketose befördern und Blutzuckerspitzen erzeugen. Jeder hat seinen eigenen Stoffwechsel und reagiert anders. Der wichtigste Teil der Diät ist, auch von den erlaubten Nahrungsmitteln nicht zu viel auf einmal zu essen. Der Blutzucker geht sonst hoch und Sie werden Frust anstauen. Sehen Sie diese Diät immer als die leichtere Alternative zum totalen Fasten. Manche müssen die Aufnahme der täglichen Gesamtkalorien auf 1200 oder sogar weniger drosseln, um in die therapeutische Zone zu kommen. Jede Form der Bewegung hilft die therapeutische Zone zu erreichen! Körperliche Aktivität erhöht während der Diät den Ketonspiegel und senkt den Blutzuckerspiegel.

Wichtig:

  • Wenn Ihr Arzt das OK gibt, beginnen Sie am Besten mit einem reinen Wasser- Fasten für 48 bis 72 Stunden.
  • Beschränken Sie die Menge an Kohlehydraten auf 12 Gramm (z.B.: 100 Gramm Brokkoli enthalten 2,9 Gramm Kohlehydrate) Tabelle
  • Für jedes Gramm Eiweiß nehmen Sie bitte 4 Gramm Fett zu sich.  Beispiel: 100 Gramm Lachs enthalten 20 Gramm Eiweiß und 11 Gramm Fett. Sie müssten also noch 69 Gramm Fett zu sich nehmen um auf 4:1 zu kommen.
  • Reduzieren Sie die Gesamtkalorien bis Sie in der „therapeutischen Zone“ bleiben. Dies geht am Leichtesten durch eine Beschränkung der Portionen.
  • Messen Sie Ihre Ketosewerte und Blutzuckerwerte anfangs drei mal täglich.
  • Lassen Sie öfter mal eine Mahlzeit aus. Dies fällt leicht, wenn Sie erst einmal an die Verbrennung der Ketonkörper gewohnt sind. Sie werden dann keinen Hunger verspüren. Versprochen!

Wie viel alleine schon eine reine Kalorien- Reduktion bringt, zeigt die Arbeit des Krebschirurgen Dr.George Yu von der Washington Universität. Er beschränkt seine Patienten auf 1200 bis 1500 Kalorien pro Tag. Dr. Yu:“Ungefähr ein Drittel der Patienten haben alleine durch diese kalorienreduzierte Diät einen dramatischen Rückgang bis zum Verschwinden der Tumormassen.“ Auch in den aggressivsten Krebsfällen zeige alleine die Kalorienreduktion eine Verlangsamung des Krebs-Wachstums. Die Patienten von Dr. Yu können diese kalorienarme Ernährung nur über einen beschränkten Zeitraum einhalten. Sobald sie wieder normal essen, wächst der Tumor in 2/3 der Fälle wieder. Die fastenequivalente Diät nach Prof. Seyfried, welche wir hier vorstellen, ist etwas anders als die von Dr. Yu. Sie erlaubt deutlich mehr Gesamtkalorien, solange man in der therapeutischen Zone bleibt. Der Blutzucker-Spiegel ist noch günstiger (niedriger) auf der hier dargestellten Ernährung und sie kann unbegrenzt lange eingehalten werden.

Die zwei Phasen: Einleitungsphase und Erhaltungsphase

Die fasten- equivalente ketogene Ernährung kann in zwei Phasen eingeteilt werden: eine aggressive Einleitungsphase und eine gelockerte Erhaltungsphase. Die aggressive Einleitungsphase beginnt idealer Weise mit dem Wasserfasten und wird als kalorienreduziere, streng überwachte Ketose, für bis zu 2 Monate durchgehalten. Die Erhaltungsphase erlaubt einen Rückgang der Ketose; also mehr Gemüse und Salate und mehr Gesamtkalorien. Ziel der Erhaltungsphase ist es das schnelle Abnehmen während der Einleitungsphase zu bremsen, um ein gesundes Körpergewicht zu halten.

Die fastenequivalente Diät ist frei von Hunger- Qualen! Das bedeutet nicht, dass Sie nicht ab und zu ein leichtes Hungergefühl haben. Aber dieser Preis ist gering im Vergleich mit dem Resultat! Wenn Sie ein flaues Gefühl oder Schwindel haben, hilft eine Tasse klare (Gemüse-) Brühe (der Blutdruck fällt unter dieser Diät meist etwas ab).

Die verwendeten guten Fette helfen nicht nur beim Bilden der Ketonkörper; sie sättigen auch. Das Beste ist: Sie zwingen nicht nur die Krebszellen in die Knie, Sie verbessern noch dazu Ihre allgemeine Gesundheit. Migräne, Gelenkbeschwerden, Darmentzündungen, Diabetes Typ 2, Gicht, Übergewicht, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette bis hin zu schlechter Laune- ALLES bessert sich meistauf der fastenequivalenten Ernährung!!!

Die Einleitungsphase

Der Grund warum zu Beginn das Wasserfasten empfohlen wird ist, dass die „Zuckerspeicher“ des Körpers geleert werden. Wir haben etwa 150 Gramm Speicherzucker (Glykogen) in der Leber und 300 Gramm in den Muskeln gespeichert. Erst wenn das in der Leber gespeicherte Glykogen fast aufgebraucht ist, steigt das Hormon Gukagon stark an und stimuliert so den Umbau von Fetten zu Ketonkörpern. Glukagon ist der Gegenspieler des Insulins. Es wird ebenso wie das Insulin in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Wenn wir unseren Stoffwechsel- „Motor“ mit einem Hybridauto vergleichen, dann kann der Wagen entweder mit Benzin (Zucker/ Kohlehydrate) oder mit Strom (Fett/Ketone) betrieben werden. Er kann nicht gleichzeitig mit beiden Antrieben arbeiten. Erst wenn der Benzintank leer ist, wird der Elektroantrieb angeworfen. In unserem Fettgewebe tragen wir mächtige „Batterien“ mit uns. Sie könnten das Auto wochenlang antreiben, ohne zu tanken. Wenn wir Zucker oder schnell verfügbare Kohlehydrate zu uns nehmen, füllt sich der Benzin-Tank auf und der Elektromotor (Fettverbrennung) schaltet ab. Mit dem 2-3 tägigen Wasser-Fasten entleert sich der „Benzintank“ am schnellsten.

Das Fasten

Beim Wasser-Fasten ist es wichtig genügend zu trinken. Mindestens 2 Liter Flüssigkeit sollten Sie über stilles Quellwasser und Grüner-, Früchte-, oder Kräuter-Tee zu sich nehmen. Passen Sie auf, dass im Tee kein Zucker versteckt ist (Beutel statt Pulver). Besonders empfehlenswert ist grüner Tee. Trinken Sie täglich 1-2 Tassen klare Brühe, am besten selbst aus Gemüse gekocht, um den Elektrolythaushalt aufrecht zu erhalten. Sobald Ihr Ketosewert auf 3 angestiegen und der Blutzucker auf 60-80 mg/dl abgesunken ist, können Sie mit dem Essen beginnen. Dies ist meist nach 48- 72 Stunden erreicht. Wenn nicht, dann setzen Sie sich mit mir in Verbindung. Fasten ist eine sehr intime, spirituelle Angelegenheit. Nehmen Sie sich ein Wochenende und viel Ruhe dafür. Lassen Sie Ihre Mitmenschen wissen, dass Sie ihre Unterstützung brauchen. Manche gönnen sich einen Saunaabend oder eine Massage. Egal was Sie tun, lassen Sie es sanft angehen.

Die Ernährung in der Einleitungs- Phase

Die erste Mahlzeit nach dem Fasten sollte noch nicht so fettreich sein wie die späteren. Eine Suppe mit Gemüseeinlage eignet sich sehr gut. Später erhöhen Sie nach und nach den Fettanteil, bis Sie die hier angegebenen Anteile erreichen. Essen Sie besonders langsam und kauen Sie gründlich! Für Erwachsene ist 2 Mahlzeiten täglich mit einem fettreichen Snack meist genug. Die Ketose verringert den Appetit und hilft so dabei, mit kleinen Mahlzeiten volle Zufriedenheit zu erreichen. Je nach Körpergröße, Aktivität, Alter und Geschlecht kann dann die Menge der verzehrten Kalorien gesteigert werden. Das Maß ist immer die „therapeutische Zone“(siehe oben).

Wenn der Blutzuckerwert ansteigt (auf über 80 mg/dl), dann lassen Sie eine Mahlzeit aus. Meist ist dies ein Zeichen, dass Sie zu viel Eiweiß gegessen haben. Es kann auch sein, dass Ihre tägliche Kalorienaufnahme zu hoch ist. Bei Untergewichtigen kann der Blutzucker auch ansteigen, weil Muskelmasse abgebaut wird. Das ist ungünstig und kann durch häufigere Mahlzeiten und Erhöhung der Gesamtkalorien aufgefangen werden. Wiegen sie sich jeden Morgen und schreiben Sie das Ergebnis in´s Bücherl.

Anfangs verlieren Sie wahrscheinlich einiges an Körpergewicht. 5%-10% Ihres Gewichts können schon in den ersten Wochen runter gehen. Das ist normal. Es handelt sich zum größten Teil um Wasser. Die Fasten-Diät führt zu einem Rückgang des antidiuretischen Hormons. Deshalb wird mehr Salz über die Nieren ausgeschieden; was zu einem Wasserverlust führt. Es fehlt das Insulin, welches genau das Gegenteil bewirken würde. Durch den Wasserverlust sinkt auch der Blutdruck. Achtung: Sie werden höchst wahrscheinlich nach und nach auf Blutdruck senkende Medikamente verzichten können. (Hausarzt mit einbeziehen!)

Der Plan

Sie haben sich entschlossen die fasteneqivalente Diät durchzuziehen und jetzt zu beginnen? Willkommen an Bord! Als erstes verschenken sie alle Nahrungsmittel in Ihrem Kühlschrank und Vorratsräumen, welche nicht auf der Liste der „erlaubten“ Nahrungsmittel stehen. Das ist auch empfehlenswert, wenn es andere Familienmitglieder gibt, die anders essen wollen. Lassen Sie diese ihre Pizza, Pommes und Plätzchen außer Hauses verzehren. Am Besten wäre, der Partner macht mit und isst mehr wie in der Erhaltungsphase. Sie essen dann beide die selben Nahrungsmittel nur in etwas anderen Mengenverhältnissen. Eine tolle Entgiftung und Belebung der Energieproduktion wäre der Bonus. Von der  Gewichtsreduktion mal ganz abgesehen.

Sie werden nur wenige Ecken des Supermarkts für Ihren Einkauf besuchen. Beim Gemüse nur frisches oder gefrorenes. Bei Eiern, Fleisch und Fisch wählen Sie die bestmögliche Qualität. Sie brauchen ja nicht viel davon.  Kaltgepresstes Olivenöl hat eine große Bandbreite an Qualität. Lassen Sie sich beraten.

Die Liste der „erlaubten“ Nahrungsmittel

Gleich vorweg: dies ist keine vollständige Liste. Sie reicht aber zu Beginn aus und hilft einen Einkaufszettel zu erstellen. Probieren Sie öfter mal was Neues!

Gemüse / Salate

Sie sollten gerade in der Einleitungsphase ganz auf stärke-reiche Gemüse verzichten. Stärke-reich sind z.B. alle Wurzelgemüse. Wählen Sie wenn möglich die Bioqualität bei folgenden Produkten:

100 Gramm enthalten in mg (Eiweiß/Fett/Kohlehydrate)

  • Austernpilze  (2/0/0)
  • Bambussprossen (1,7/0/1)
  • Blumenkohl  (3/0/2)
  • Brokkoli  (4/0,2/2,9)
  • Champignons (3/0/0,8)
  • Chinakohl  (0,7/0,3/0,8)
  • Chicorée  (1/0/2)
  • Eisbergsalat  (0,5/0/0,7)
  • Endiviensalat  (1,2/0,2/3,4)
  • Feldsalat  (2,1/0/0,8)
  • Gurken  (1/0/2)
  • Grünkohl  (3,8/0,8/2,7)
  • Kopfsalat  (1/0/1)
  • Mangold  (1,5/0,6/1)
  • Pfifferlinge  (2/0,4/0)
  • Rosenkohl  (3,4/0,4/4,4)
  • Sauerkraut (2/0/0,8)
  • Stangen-Sellerie  (1/0,2/2)
  • Spargel  (1,9/0,2/2)
  • Spinat  (2/0,8/2)
  • Weißkraut (1,5/0,5/1,9)
  • Zucchini  (3/0/2)

Wenn Ihre Ketonwerte stabil bei 2-4 mmol/l bleiben, dann können Sie folgende Produkte in kleinen Mengen probieren:

  • Knoblauch  (5,8/2/27,0)
  • Zwiebel  (1/0/6)
  • Paprika  (1/0,2/6)
  • Tomaten  (1/0,3/4)

Obst

Fruchtzucker ist ein Problem bei der fastenequivalenten Diät. Wenn Sie zu viel Obst erwischen, wird Ihr Blutzuckerwert ansteigen und Ihr Ketonwert abfallen. Testen Sie Obst frühestens ab der dritten Woche der Einleitungsphase und messen Sie anfangs, etwa eine Stunde nach Verzehr, den Blutzucker- und Ketonwert. Von den hier angegebenen Obstsorten sollten Sie nur ganz geringe Mengen verzehren. Kombinieren Sie das Obst immer mit etwas Fetthaltigem (z.B. Sahne) um den Blutzucker- und Insulin- steigernden Effekt zu bremsen. Wenn Sie an die Energiegewinnung aus Ketonkörpern gewohnt sind, dann produzieren Ihre Mitochondrien viel weniger freie Radikale. Sie brauchen deshalb auch weniger Antioxidantien. Ein Multivitamin-Präparat ist trotzdem eine gute tägliche Ergänzung.

  • Apfel (4-5 ganz dünne Scheiben)
  • Beeren wie Johannisbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren (je nach Größe 1-5)
  • Grapefruit (3-4 Segmente)

 

Eiweiß (Proteine)

Wenn immer es möglich ist, wählen sie Fleisch von Tieren, welche Artgerecht gehalten und gefüttert wurden (ohne „Kraftfutter“). Sie erhalten dann Fleisch, das eine bessere Fettsäure-Verteilung hat (mehr Omega 3; weniger Omega 6) und so weniger entzündungsfördernd ist.“Hormonfleisch“ ist ungünstig; also lieber „Bio“ oder vom Metzger, der seine Lieferanten kennt. Eier und Meeresfrüchte enthalten ein wenig Kohlehydrate, welche mit einberechnet werden müssen. Ein Ei hat etwa 1 Gramm Kohlehydrate. Essen Sie Wurst nur nach dem Studium des Etiketts (es wird alles mögliche zugesetzt, was sich unter Kohlehydraten niederschlägt – dann besser meiden). Entweder die Wurst ist frei von Zusätzen, oder Sie lassen es lieber (Gewürze sind erlaubt). Schinken (gekocht) ist eine Alternative. Speck bitte nicht „geräuchert“ (ohne Nitritpökelsalz). Der Fett- und Eiweiß- Anteil schwankt.

  • Rindfleisch  (20/12/0)
  • Lamm  (15/15/0)
  • Schweinefleisch  (18/9/0)
  • Geflügel  (20/9/0)
  • Fisch (besonders Kabeljau, Lachs, Makrele, Sardinen)  (20/12/0)
  • Meeresfrüchte (ca.2 Gramm Kohlehydrate auf 100 Gramm) (10/2/2)
  • Wild  (20/1/0)
  • Eier  (12/11/1)

Milchprodukte

Milch selbst ist nicht erlaubt. Sie enthält Milchzucker, der den Blutzuckerspiegel hochtreibt. Das Eiweiß in den Michprodukten fördert zusammen mit dem Milchzucker nicht nur den Insulinausstoß, sondern auch die Freisetzung von IGF1- einer Substanz, welche Tumore wachsen lässt. Bei der Herstellung von Butter oder Käse werden die Eiweiße und Zucker weitestgehend entfernt und landen in der Molke. Das übrig gebliebene Milchfett (z.B. Butter, Ghee) ist unserem Körperfett sehr ähnlich und deshalb für die fastenequivalente Ernährung geeignet. Milchfett kann jedoch Abbauprodukte von Östrogen enthalten und ist bei hormonsensiblen Tumoren zu meiden. Magermilch-Produkte sind ganz zu meiden (enthalten nur Eiweiß und Milchzucker). Fette Käse, 40% und mehr, sind besser. Ideal wäre, wenn die Tiere ausschließlich mit Gras, Silage und Heu gefüttert worden wären. Das trifft auch auf Schafs- oder Ziegenmilchprodukte zu.

  • Butter (auch Sauerrahm-Butter) (1/82/0)
  • Ghee (= ausgelassene bzw. geklärte Butter*) (0/99/0)
  • Käse (40% Fett und mehr) (20/40/1)
  • Sahne 30%  (2,5/30/3)
  • saure Sahne  (2/10/4)
  • Joghurt (als Ausnahme; nur vollfett, ohne Zusätze) (3,4/3,5/5)

*Ghee können sie leicht selbst herstellen. Einfach gute Butter, in einem Topf, bei niedriger Hitze verflüssigen. Nach 5 Minuten erwärmen schwimmt das Eiweiß oben und kann abgeschöpft werden. Beim Abkühlen wird Ghee wieder fest. Also noch im flüssigen Zustand in z.B. ein leeres Marmeladenglas umfüllen. Ghee kann längere Zeit im Kühlschrank aufbewahrt werden und wird praktisch nicht ranzig. Also gleich eine größere Menge auf Vorrat herstellen.

Nüsse und Samen

Da Nüsse entzündungsfördernde Omega 6 Fettsäuren enthalten, wird empfohlen nur kleine Mengen zu essen. Manche Nüsse enthalten zu viele Kohlehydrate und sind hier nicht aufgeführt. Besonders empfehlenswert für die fastenequivalente Diät sind Macadamia- Nüsse. Achtung: Nüsse sind nicht kohlehydrat-arm und können, je nach Empfindlichkeit, den Blutzucker hoch treiben.

  • Madeln  (18/55/5)
  • Haselnüsse  (12/61/6)
  • Kokusnuss-Fleisch (ungesüßt!) (4/28/8)
  • Kürbiskerne  (32/55/4)
  • Macadamia-Nüsse  (6/69/6)
  • Para- Nüsse  (13/64/4,5)
  • Pekan-Nüsse (8/74/5)
  • Walnüsse  (10/64/12)
  • Chia- Samen  (21/31/5)
  • Leinsamen  (22/29/0)

Avocados und Oliven

Diese beiden Nahrungsmittel verdienen eigens aufgeführt zu werden. Sie enthalten viele einfach ungesättigte Fettsäuren. Beide steigern auch den gesamten Fettgehalt einer Mahlzeit; ohne dass man es merkt. Eine Avocado-Hälfte hat schon ca. 10 Gramm Fett und ganz wenig Kohlehydrate.

  • Avocado  (2/22/2)
  • Oliven (schwarz) (2/34/5)

Fette und Öle

Dies ist die wichtigste Gruppe an Nahrungsmitteln für Ihre Krebsdiät. Achten Sie auf besonders gute Qualität (Bio; kalt gepresst). Meiden Sie Soja- und Pflanzenöle, da diese sehr viel Omega 6 Fettsäuren enthalten. Kokusöl, Butter, Ghee und ausgelassenes Schmalz sind zum Frittieren und Braten am Besten geeignet. Olivenöl, Leinsamenöl, Mandelöl, Avocadoöl und Macadamiaöl nur kalt verwenden. Alle Öle sind frei von Eiweiß und Kohlehydraten (0/100/0).

  • tierische Fette wie Schmalz und Talg
  • Butter und Ghee (außer bei hormonsensiblen Tumoren)
  • Kokusnussöl (auch MCT -Öl etc.)
  • Fischöl-(Kapseln)
  • Olivenöl
  • Mayonnaise (selbst gemacht aus Olivenöl)
  • Leinsamenöl
  • Mandelöl
  • Avocadoöl
  • Macadamiaöl

Die Verbrennung von Fetten zur Energieerzeugung heißt beta-Oxidation. Da wir die meiste Zeit weder fasten noch Kohlehydrate einschränken, läuft unser „Motor“ mit Glukose (Zucker) und „verlernt“ so die Fettverbrennung. Wir müssen unseren Mitochondrien Zeit geben, sich auf die Fettverbrennung umzustellen. Die ersten zwei Wochen können sich deshalb anfühlen, als ob wir weniger Energie hätten. Sobald die Enzyme und Rezeptoren, welche wir für die beta-Oxidation benötigen aufgebaut wurden, fühlen wir uns fit und energetisch. Gesättigte Fette wie Butter, Kokosfett und Schmalz sind dann die Basis unserer Energieversorgung und so lange wir keine schnell verfügbaren Kohlehydrate zu uns nehmen und so den Insulinspiegel niedrig halten, sind die gesättigten Fettsäuren nicht nur ungefährlich für unsere Arterien- nein, sie werden sogar sauberer verbrannt als die Zucker aus den Kohlehydraten. Hilfreich bei der Umstellung ist die unterstützende Einnahme von Carnitin, Coenzym Q10 und die B-Vitamine (z.B. B-Komplex Plus).

Süßstoffe

Ganz wichtig ist, dass Sie sich den „süßen Zahn“ abgewöhnen. Alleine die Geschmacksempfindung „süß“ und der Gedanke an etwas Süßes können bei empfindlichen Menschen zu einer Insulinausschüttung führen. Ganz abgesehen von der heimtückischen Wirkung auf unser Gehirn. Durch frühere „Belohnungen“ mit Süßem entstand eine Kaskade an neurologischen Effekten. So wird bei einem süßen Geschmackserlebnis vermehrt das Glückshormon Serotonin freigesetzt. Ratten welche bereits kokainsüchtig waren, wählten zwischen Zuckerlösung und Kokainlösung, nach wenigen Tagen überwiegend (94%) die Zuckerlösung. Wenn Sie, aus welchem Grund auch immer, die Zuckerabhängigkeit los werden wollen, dann hilft die Krebsdiät zuverlässig diese Sucht los zu werden. Dies hat sich auch bereits bei Alkoholikern bewährt (Alkoholsucht = Zuckersucht). Also nur wenn nötig süßen mit:

  • Stevia
  • Erythriol (ausnahmsweise; kleine Mengen)

Gewürze und Geschmacksstoffe

Hier können und sollen Sie nach Herzenslust zugreifen. Manche Gewürze haben sogar krebs-hemmende Eigenschaften. So wirkt Kurkuma (Curcumin) der Neubildung von Blutgefäßen, einer wichtigen Eigenschaft bösartiger Tumoren, entgegen. Kurkuma wird im Darm besser aufgenommen, wenn Sie es mit Pfeffer kombinieren.

  •  Anis, Basilikum, Bärlauch, Bockshornklee, Bohnenkraut, Borretsch, Brunnenkresse, Cardamon, Cayenne Pfeffer, Chili, Cilantro, Curry,  Dill, Estragon, Fenchel, Gewürznelke, Ingwer, Kerbel, Knoblauch (auf Kohlehydrate achten), Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel, Kurkuma, Liebstöckel, Lorbeer, Majoran, Muskatnuss, Nelke, Paprika, Petersilie, Pfeffer, Pfefferminze, Rosmarin, Safran, Salbei, Salz (brauchen Sie etwas mehr auf der Krebsdiät wegen des Salzverlusts über die Nieren), Schnittlauch, Senf (ohne Zucker!), Thymian, Wacholder, Ysop, Zimt, Zitronengras, Zitronenmelisse, Zitronensaft (max. 1 Esslöffel pro Tag) etc.

Bei Gewürzmischungen immer das Etikett lesen um versteckte Kohlehydrate zu meiden. Monosodium Glutamat (MSG; Geschmacksverstärker) unbedingt meiden.

Getränke

Auf der Krebsdiät ist Wasser Ihr wichtigstes Getränk. Durch den leichten Salzverlust über die Nieren ist es wichtig, während der Krebsdiät genügend zu trinken. Grüner Tee wirkt auch der Gefäßneubildung bei bösartigen Geschwüren entgegen. Drei Tassen Grüner Tee täglich werden empfohlen.

  • Wasser
  • Grüner Tee
  • entkoffeinierter Kaffee, Tee (Koffein führt zur Glukosefreisetzung aus der Leber)
  • Mineralwasser
  • Ungesüßte Kokos- oder Mandel-Milch. Nicht aus der Dose, sondern aus der Flasche oder dem Tetrapack. Ergibt mit Kokosfett, ein wenig Stevia und eventuell ein wenig reines Kakaopulver oder Vanillearoma einen tollen Shake.

Generelle Tipps:

Wenn Sie mit der Krebsdiät beginnen, müssen Sie sich zuerst mit den hier vorgestellten Produkten „eindecken“. Als nächstes müssen Sie sich ein Ketonmessgerät besorgen. Sie sollten wenn möglich nicht nur ärztliche sondern auch ernährungs-technische Hilfe für die ersten Schritte in Anspruch nehmen. Bis wir eine Liste geeigneter Ernährungsberater zur Verfügung haben, stehe ich Ihnen hiermit gerne zur Verfügung tel. (0049) 08856 6099529 oder 0033 490 090 195. Es fällt eine „Entlohnung“ von 20 Euro für 15 Minuten Beratung an.

Machen Sie sich einen Menüplan, den Sie in Ihr Bücherl schreiben. Bereiten Sie kleine Zwischenmahlzeiten vor, so dass Sie bei Bedarf einfach nur zugreifen müssen. Ein paar Macadamianüsse oder Oliven und ein Stückchen Butterkäse mit einer Selleriestange, helfen über „Tiefs“ hinweg. Hier ein paar Beispiels-Mahlzeiten:

Frühstück

2 Eier in Kokosfett oder Butter/Ghee gebraten. Mit 100 Gramm Spinat und einer halben Avacado. Dazu grüner Tee.

Mittagessen

Gemischter Salat mit der zweiten Avocadohälfte. Olivenöl und Essig (kein Balsamico). Eine Dose Sardinen.

Snack

Ziegenkäse mit Olivenöl und Kräutern, dazu ein paar Oliven und eine 1/4 Gurke in Steifen geschnitten.

Abendessen

Lachs mit zweierlei Gemüse. Buttersoße mit Sesam und Gewürzen.

Vor dem Schlafengehen:

Ein Esslöffel Mandelbutter gemischt mit 2 Esslöffel Kokosfett zu einem Brei verrühren und auf eine Selleriestange geben.

Die Mengen richten sich nach Ihrem Gewicht und Ihrer körperlichen Aktivität. Versuchen Sie aber bei den Kohlehydraten nicht mehr als 15 Gramm pro Tag zu essen. Bei einem 80 kg Menschen liegt der Grenzwert für Eiweiße (Proteine) bei 64 Gramm (80 x 0,8). Der Grenzwert für Fette und Öle hängt von den erreichten Ketonwerten und Glukosewerten ab. Generell sollten Ihre Gesamtkalorien etwas unter dem täglichen Energiebedarf liegen. Berechnen Sie Ihren Grundumsatz und Ihren Kalorienbedarf. Ein 60 jähriger Mann der 1,80 m groß ist und 80 kg wiegt hat einen Grundumsatz von 1662,50 Kalorien und bei leichter körperlicher Aktivität einen Gesamt- Kalorienbedarf von 2826,25 Kalorien. Durchschnittlich sollte man bei 30% unter dem Kalorienbedarf ein ideales Verhältnis von Ketonkörpern zu Glukose erreichen (1:1 in mmol/l): 2826- 847,8= 1978,2. Unser Beispiel müsste dann aufpassen 1980 Kalorien täglich nicht zu überschreiten. Schon ein wenig mehr körperliche Aktivität schiebt diese Zahl jedoch deutlich nach oben. Die Erfahrung zeigt, dass bei einer solch hohen Kaloriendichte, wie auf der Krebsdiät, sehr schnell eine Sättigung erreicht wird.

In Zukunft wird es ein Buch zur „Krebsdiät“ geben, welches genaue Rezepte enthalten wird. Essen sie generell nicht so viel Fett auf einmal, dass es Ihnen schlecht wird. Dann lieber öfter mal kleinere Mahlzeiten.

Hier noch eine Liste mit den Nahrungs- und Genußmitteln, die Sie unbedingt meiden müssen:

Kein Zucker! Sucrose, Maltose, Dextrose sind alles Zucker. Wenn Sie Zweifel haben, schauen Sie im Internet nach. Auch Honig, Melasse und Ahornsirup sind zu vermeiden. Trockenfrüchte müssen gemieden werden.

Keine Körner/Mehlprodukte! Kein Weizen, Mais, Reis, Hafer, Roggen Gerste etc. und nichts was daraus hergestellt wird (Brot, Nudeln, Plätzchen, Kuchen etc.)

Keine stärke-reichen Gemüse! Keine Kartoffeln, Süßkartoffeln, gekochte Karotten (rohe Karotten sind ok), Erbsen, rote Beete etc.

Kein kohlehydrat-reiches Obst! Keine Bananen, Orangen, Birnen, Ananas. Nachdem Sie stabile Ketonwerte von 3-4 mmol/l erreicht haben, können Sie eine Gemüseportion weglassen und statt dessen ein paar Beeren mit Sahne essen. Messen Sie den Ketonwert nach den ersten Versuchen.

Keine Leguminosen! Keine Erdnüsse, kein Soya, keine Bohnen oder Linsen. (Wenn Sie eine vegetarische oder vegane Krebsdiät durchführen möchten, müssen Sie hier etwas großzügiger sein, um Ihren Eiweißbedarf zu decken.

Keine Milch und auch keine Weichkäse-Produkte! Auch Hüttenkäse enthält zu viel Milchzucker.

Kein Alkohol! Es fällt tatsächlich leichter als gedacht auf Alkohol zu verzichten, wenn sie Zucker und Stärke weglassen.

Diätfehler: Kinder welche die ketogene Diät wegen Epilepsie einhalten müssen , erleben bei einem Diätfehler oft unmittelbar einen epileptischen Anfall. Durch diese heftige Rückmeldung fällt es den betroffenen Kindern oft „leichter“ die Diät konsequent einzuhalten. Bei Krebserkrankungen gibt es eine solche Rückmeldung nicht. Lediglich eine Messung der Keton-Werte würde einen Fehler anzeigen. Bei den veröffentlichten Fällen von Dr. Fine hatten all jene Patienten großartige Erfolge, welche die höheren Ketosewerte (3-4 mmol/l) hatten.

Beispiele:

In Amerika gibt es schon viele Berichte von Menschen mit Krebserkrankungen welche die hier vorgestellte kalorienreduzierte ketogene Ernährung für ihre guten Resultate verantwortlich machen. In diesem Artikel beschreiben Joe Mancaruso (Lungenkrebs) und Alix Hayden (Gehirntumor) ihre Erfahrungen.

Forschungsergebnisse aus Deutschland:

Frau Dr. Schmidt von der Universität Würzburg hat eine Studie zur Anwendbarkeit der ketogenen Ernährung durchgeführt. Dabei wurde die Aufnahme der Gesamtkalorien nicht überwacht. Auch wurde die Menge an Eiweiß nicht eingeschränkt. Die Patienten führten also praktisch die Einleitungsphase einer Atkins-Ernährung durch, welche sich von der hier dargestellten Krebsdiät essentiell unterscheidet. Der Krebs kann bei uneingeschränkter Eiweißaufnahme die Aminosäure Glutamin statt Glukose zur Energiegewinnung nutzen und so leichter überleben. Auch wurde bei der Studie von Frau Dr. Schmidt keine „therapeutische Zone“ für den Ketonwert festgelegt oder überprüft. Nur bei einer Kalorienzahl unter dem Gesamt-Kalorienbedarf stellt sich jedoch ein Verhältnis von Blut-Ketonkörper zu Blutzucker von 1:1 ein (jeweils mmol/l). Dennoch waren die Ergebnisse von Frau Dr. Schmidt ermutigend. Sie schreibt:

„Es gibt Erkenntnisse, dass sich der Stoffwechsel von vielen Krebszellen deutlich von den Zellen des gesunden Körpers unterscheidet: Tumorgewebe bevorzugen Zucker zur Energiegewinnung und sichern sich über verschiedenste Mechanismen eine ausreichende Versorgung mit diesem für sie essenziellen Treibstoff. Im Gegensatz hierzu hat der Körper (die gesunden Zellen) von Krebspatienten häufig eine stark gestörte Kohlenhydratverwertung (Insulinresistenz) und ihr Stoffwechsel bevorzugt Fett als Energielieferant. Wir wollen Ihnen daher hier eine Ernährungsform vorstellen, die dem Tumor die Zucker-liefernden Nährstoffe, die Kohlenhydrate, vorenthält und den Körper mit ausreichend Energie in Form von Fetten bei ausreichendem Eiweißangebot versorgt. Eine solche kohlenhydratarme und fettreiche Ernährungsform wird „ketogene Diät“ genannt und bereits bei einigen Erkrankungen (wie z. B. Epilepsien bei Kindern) weltweit in den Kliniken eingesetzt. 3 Einzelbeobachtungen an Krebspatienten, die bereits eine solche ketogene Diät durchführen, geben Anlass zu der Hoffnung, dass diese Form der Ernährung das Fortschreiten einer Tumorerkrankung aufhalten oder zumindest verlangsamen könnte. In Begleitung zu einer Chemotherapie durchgeführt, kann diese Ernährungsform die Nebenwirkungen (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen und Übelkeit) reduzieren sowie den Gewichtsverlust – und insbesondere den Verlust von Muskelmasse – verhindern.“

Viel Erfolg!

Wie entsteht Krebs?

Mein Vater und seine beiden Brüder sind an Krebs verstorben. Ebenso mein Großvater väterlicherseits. Als mir klar wurde, dass auch mein Risiko an dieser unheimlichen „Krankheit“ zu sterben groß ist, beschlich mich ein beklemmendes Gefühl. Da war ich nun selbst Arzt (wie mein Vater) und las die erfolgversprechenden Meldungen über neue Krebsmedikamente mit großem Interesse. Ich glaubte, dass die Wissenschaft endlich den Durchbruch in der Krebsbehandlung schaffen würde.

Dann kam 2011 und mein Vater verstarb an Blasenkrebs. Im selben Jahr erlag auch Steve Jobs seinem Krebsleiden. Er hatte Bauchspeicheldrüsen-Krebs wie mein Onkel Felix. Ich dachte mir: wie kann es sein, dass ein Mensch der so reich und mächtig ist wie der Gründer von Apple, ein Privilegierter, der alle Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung hat, doch so schnell seinem Leiden erlag? Sind die neuen Therapiemöglichkeiten doch nicht so erfolgreich wie sie in den Medien und Ärzteblättern dargestellt wurden?

Ein Blick in die Statistik war ernüchternd. Von 2001 bis 2014 stieg die Anzahl der Menschen die jedes Jahr in Deutschland an Krebs starben von 207 000 auf über 230 000 Fälle an. Wie konnte das sein? Was lief falsch? Wie kann es sein, dass die über 100 Milliarden Dollar welche seit 1971 in die Krebsforschung flossen, kein besseres Resultat erbringen konnten? Und da sind die Investitionen der forschenden Pharma-Unternehmen noch gar nicht einberechnet. Ist es möglich, dass wir einen grundlegenden Fehler im Denkansatz haben?

Krebs ist eine Erkrankung der Gene! – oder?

Krebs ist angeblich eine Erkrankung unserer Gene- der DNS. Diese Doppelhelix, an die wir uns aus dem Biologieunterricht erinnern.doppelhelix

Vor einem halben Jahrhundert knackten Watson und Crick den Code unseres Erbmaterials. Schon vorher war bekannt, dass diese Gene bei Krebserkrankungen stark verändert sind. Die Natur der Krankheit zeigt sich auch in der chaotischen Verzerrung des sonst so geordneten Genmaterials. Als dann punktuelle Veränderungen im Code der Gene bei Krebszellen festgestellt wurden, lag die Vermutung nahe, dass diese den Krebs verursacht haben.

Als besonders aktiv bei der Entstehung der Krebserkrankungen wurden sogenannte Onkogene identifiziert. Diese seien von Geburt an in unsere Chromosomen „eingebacken“. Sie warten praktisch nur darauf aktiviert zu werden. Bei Wikipedia finden wir unter Krebs/Krebsentstehung: „Bei Krebs ist das Gleichgewicht zwischen der Vermehrung von Zellen (Zellproliferation) und dem Zelltod (Apoptose ), zu Gunsten des Zellwachstums verändert. Die Krebszellen wachsen dabei ungehindert, da hemmende Signale nicht erkannt oder nicht ausgeführt werden. Der Grund liegt in Defekten des benötigten genetischen Codes, die durch Mutationen im Genom entstanden sind.“ Man nennt diese Theorie der Krebsentstehung auch Somatische Mutationstheorie (SMT).

Die SMT besagt also, dass krebserregende Stoffe, wie z.B. Zigarettenrauch, Veränderungen (Mutationen) an einem sogenannten Onkogen verursachen und so ein unkontrolliertes Vermehren dieser Zelle und damit eine Wucherung auslösen. Diese Theorie wurde mir im Medizinstudium aber nicht als eine von verschiedenen möglichen Theorien „verkauft“. Es war vielmehr so, dass es die absolute und endgültige Wahrheit darstellte, bei der man gar nicht auf die Idee kam, sie in Frage zu stellen. Man nennt so etwas ein „Dogma“.

Als die Medizin die SMT als Ursache von Krebs erkannte, war der nächste Schritt nur logisch. Man müsste nur alle möglichen Orte an den Genen identifizieren, an denen diese wichtigen Mutationen statt finden und könnte dann gezielte Therapien entwickeln, welche die Aktivität dieser Gene blockieren.

Im Jahr 2003 war das menschliche Genom vollständig entschlüsselt. In einem Mammutprojekt mit 3 Milliarden Dollar Investition wurde unsere Erbinformation „geknackt“. Dies führte zu der Entwicklung immer schnellerer Methoden der Aufschlüsselung von Genen. Sie können heute ihre gesamte Erbinformation für etwa 3000 Euro entschlüsseln lassen. Nach der Entzifferung des menschlichen Genoms standen die Geräte und Methoden zur Verfügung, mit denen nun das veränderte Genom der Krebszellen untersucht werden konnte.

Das Krebs Genom Atlas Projekt (TCGA) wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, den Krieg gegen den Krebs zu gewinnen. Man begann 2005 systematisch die Gen-Sequenz von normalen Zellen, mit der von 9 verschiedenen menschlichen Krebszellen zu vergleichen. Ziel war es, die genauen Gene für den Ursprung und die schrittweise erfolgende Veränderung zur Bösartigkeit der Krebszelle zu finden. Wenn Krebs eine Erkrankung der Gene ist, dann würde sich ein klares Bild dieser Erkrankung zeigen. Man wüsste dann, welche Genveränderung beim Dickdarmkrebs und welche beim Brustkrebs vorliegen. Man wüsste welche Genveränderungen den Krebs aggressiv machten und zur Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) führten. Man hätte den Feind vor Augen und könnte ihn gezielt bekämpfen. Es war sogar vorstellbar, die identifizierten Onkogene von Anfang an zu blockieren und so Krebs gar nicht erst entstehen zu lassen. Die medizinische Forschung stand vor ihrem größten Durchbruch seit der Entdeckung der ersten Antibiotika.

James Watson, der Mitentdecker der DNS Struktur und Gewinner des Nobel Preises für Medizin formulierte 2009 seine Begeisterung in einem Artikel der New York Times so: „Den Krebs zu besiegen ist jetzt ein realistisches Ziel… wir werden bald die genetischen Veränderungen kennen, welche den wichtigsten Krebsleiden zu Grunde liegen, die uns plagen.“ Eine gezielte Behandlung war in unmittelbare Reichweite gerückt. Die Tage der ungezielten Zellgifte (Zytostatika) mir ihren heftigen „Nebenwirkungen“ würde bald ein Ende haben.

Die Enttäuschung

Leider wurden diese visionären Momente voller Optimismus nicht zur Wirklichkeit. Die Fortschritte waren schmerzhaft langsam. Seinen berühmten Artikel The war on cancer im Magazin Fortune betitelte der New York Times Herausgeber Clifton Leaf: „Warum wir den Krieg gegen den Krebs verlieren…“. Er deckt darin bis dato unveröffentlichtes statistisches Material auf, das zumindest Ernüchterung verbreitet. Die erwarteten „smart drugs“ (kluge Medikamente) waren zwar aufgetaucht, jedoch gab es nur bei einem (Gleevec) einen deutlichen statistischen Effekt. Gleevec greift einen einfachen Genkomplex der chronischen myeloischen Leukämie (CML), ein Blutkrebs des Kindesalters, erfolgreich an.

Auf der Basis seiner umfangreichen Recherche kam Clifton Leaf, für die USA, zu folgenden Schlüssen: Eine von drei Frauen und zwei von drei Männern werden während ihres Lebens die Diagnose Krebs erhalten. Krebs wird innerhalb der nächsten 10 Jahre Herzerkrankungen als „Killer Nr. 1“ ablösen. Schon jetzt ist die Wahrscheinlichkeit, für Menschen bis zum 75. Lebensjahr, an Krebs zu sterben höher, als alle anderen Todesursachen. Für die Altersgruppe der 45 bis 64 Jährigen ist schon jetzt Krebs für mehr Todesfälle verantwortlich als Schlaganfall, Herzinfarkt und Unfälle zusammen. Leaf deckt auch auf, dass, rein statistisch, die Sterberate von Krebs heute dieselbe ist wie sie 1950 war.

Als James Watson seinen optimistischen Satz: „Den Krebs zu besiegen ist jetzt ein realistisches Ziel“ formuliete, waren die Daten, die Clifton Leaf zusammen getragen hatte, schon bekannt. Watson begründete seinen Optimismus wohl auf der Tatsache, dass das Krebs Genom Projekt gerade Unmengen von Gensequenzen analysiert hatte, welche, wenn sie erst einmal ausgewertet sein würden, das letzte Geheimnis der Krebserkrankungen preisgeben würden. Er nannte seinen Artikel deshalb auch: „Um Krebs zu bekämpfen- kenne deinen Feind.“ Das Krebs Genom Projekt würde den „Feind“ erkennbar machen.

Inzwischen sind die Daten ausgewertet. Sie zeigen sogenannte „Mutations- Profile“ für Krebserkrankungen wie: Eierstock-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen-, Gehirn-, Brust- und Lungen-Krebs, sowie für einige Leukämien (Blutkrebse). Leider war das Ergebnis überhaupt nicht so wie erwartet. Die Mutations-Profile, welche eigentlich die Ursache und das Fortschreiten der Krebserkrankungen dokumentieren sollten, machten einfach keinen Sinn.

Statt dem erhofften genetischen Fingerabdruck, mit 3 bis 8 typischer Weise mutierten Onkogenen pro Krebserkrankung, tauchte eine anscheinend zufällige Verteilung der Mutationen von z.B. dem Darmkrebs einer Person zu dem Darmkrebs einer anderen Person auf. Diese verwirrenden Ergebnisse der Krebs Genom Projekts erschienen leider nicht in den Medien. All die Forscher in den Laboratorien welche die Gensequenzen untersuchten, hatten jedoch mit dieser aufkeimenden Gewahrwerdung zu kämpfen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Forschungsrichtung klar vorgegeben. Alle knackten den genetischen Code der Krebszellen. Nun als dieser Weg keine klaren Ergebnisse zu erbringen schien, suchte jeder Forscher seinen eigenen Weg aus dem Dilemma. Fachveröffentlichungen zum Krebs Genom Projekt enthalten meist Worte wie „ernüchternd“ und „furchtbar komplex“; die anderen Medien schweigen sich weitestgehend aus. Die gesamte Forschungsgemeinde scheint den Atem anzuhalten in der Hoffnung, dass endlich eine Meldung erscheint, die den Mutations-Mustern einen Sinn einhaucht.

Da hat man einerseits eine Erkrankung, welche sich durch ganz spezifische „Leistungen“ auszeichnet. Krebszellen vermeiden den sonst obligatorischen Zelltod (Apoptose), sie organisieren sich und wehren Angriffe des Immunsystems ab, sie können ihre Form verändern und so in Gewebe oder die Blutbahn einwachsen, sie können an anderen Orten in Gewebe eindringen, sie überleben in fernen Organen und sie beeinflussen die Neubildung von Blutgefäßen, um ihren Energiebedarf decken zu können. Man findet diese außergewöhnlichen Fähigkeiten nicht nur bei einem bestimmten Krebs. Nein alle Krebsarten, vom Dickdarm- über Prostata- zum Lungen- und Brustkrebs entwickeln diese Leistungen auf identische Weise. So als ob sie tatsächlich einem Programm folgen würden. (Mehr dazu weiter unten). Gesunde Zellen können das alles nicht. Wie kann es sein, dass es kein klares Mutationsmuster gibt, das diese Fähigkeiten steuert?

Es gab nicht nur keine Mutationsmuster, welche diese Fähigkeiten erklären konnten, es wurden auch keine Onkogene gefunden, welche als die ursprüngliche Ursache für die Krebsentstehung angesehen werden konnten. Wenn die SMT (somatische Mutationstheorie) jedoch stimmen sollte, dann musste es diese Basismutationen für die einzelnen Krebstypen geben. Keine Wirkung ohne Ursache! Die Mutationen welche jedoch die selbe Krebserkrankung bei verschiedenen Patienten „anzutreiben“ schienen, waren aber von Mensch zu Mensch, von Tumor zu Tumor verschieden. Weder einzelne Mutationen noch Muster von Mutationen waren als Ursache der Erkrankung festzunageln. Jemand musste die SMT an die Beobachtungen anpassen. Jemand mit der Autorität des „meist zitierten Krebsforschers der Welt“.

Krebs als Systemerkrankung

Bert Vogelstein wusste, dass die Somatische Mutationstheorie unter Druck war und einer Anpassung bedurfte. Es waren genügend Daten vorhanden, um die bisherige Vorstellung, Krebs würde durch eine „saubere“, schrittweise erfolgende Mutations-Sequenz verursacht, über den Haufen zu werfen. Vogelstein war selbst Jahrzehnte lang ein führender Vertreter dieser Theorie gewesen. Es durfte also einerseits nur eine Anpassung dieser Thorie geschehen, welche aber zugleich die verwirrenden Erkenntnisse des Krebs Genom Atlas Projekts erklären konnte. Vogelstein kam die geniale Idee, Krebs würde nicht durch eine schrittweise fortschreitende Mutationsfolge einzelner Zellen, sondern durch eine Verteilung von verschiedenen Mutationen, über mehrere Zellen, eines systemisch zusammenwirkenden Zellkomplexes erfolgen. Wenn man nun z.B. 20 Mutationen in verschiedenen Zellen eines Zellkomplexes findet, dann addierten sich diese zum Krebsgeschehen. Die Fähigkeiten für unkontrolliertes Wachstum, Vermeidung des Zelltodes und Gewebs- Invasion würden also über mehrere Zellen verteilt sein. Manche Biologen bezeichneten diese neue Theorie als eine einfache Anpassung; als einen rein intellektuellen Versuch die gefundenen Daten passend zu machen. Andere Forscher wie Jones, die über den Daten des Genom Atlas Projekts für Bauchspeicheldrüsen- Krebs saßen, nannten diese Adaptation sinnvoll: „von einem intellektuellen Standpunkt hilft uns die Prozess/System-Perspektive, ein rudimentäres Verständnis, einer sehr komplexen Krankheit zu erhalten.“

Auf Bauchspeicheldrüsen- Krebs angewandt, fanden die Forscher, dass der Krebs durch die Fehlfunktion von 12 verschiedenen biologischen Systemen zustande gekommen wäre. Bei genauer Betrachtng kann man erkennen, dass die Autoren sehr viel Phantasie aufbringen mussten, um diesen Schluss zu erzielen. Es mussten z.B. nicht passende Mutationen als entfernte Verwandte von passenden Mutationen bezeichnet werden. Die Autoren selbst schrieben: „obwohl wir nicht sicher sein können, dass jede identifizierte Mutation eine funktionelle Rolle in dem Systemprozess spielt, in den sie verwickelt ist.“ Es schien als ob die Autoren statt Ordnung und Verständnis in das Krebsgeschehen zu bringen, eher eine komplizierte Struktur in die widersprüchlichen Daten bringen konnten.

Bei der Genomanalyse des Glioblastoms (Glioblastoma multiforme: ein Gehirntumor) kam es endlich zu einer Entdeckung. Es wurde ein bis dato nicht gekanntes Onkogen gefunden, das in 12% der Glioblastom-Fälle vorkam. Dies wurde als Markstein und Rechtfertigung für das Krebs Genom Atlas Projekt groß gefeiert. Bisher war nämlich bei über 12 verschiedenen Krebsarten, welche vollständig aufgeschlüsselt worden waren, kein einziges neues Onkogen gefunden worden. Die Analyse fand, dass 3 wichtige biologische Prozesse durch Mutationen gestört sein müssten, um Glioblastom zu entwickeln. Von den 22 untersuchten Geweben hatten aber nur 4 Mutationen welche alle 3 Systeme betrafen. 9 Glioblastom-Proben hatten nur Mutationen in 2 der 3 geforderten Systeme, 5 Proben hatten nur Mutationen in einem System und  eine Probe (br20p) hatte keine Mutation in einem der drei geforderten Systeme, zeigte sich aber trotzdem als ein aggressiv wachsendes Glioblastom. Damit die neue Systemtheorie funktioniert, durfte es aber Tumor-Proben wie br20p nicht geben. Die SMT, auch in ihrer Version als Systemerkrankung, konnte nicht beweisen, dass Mutationen die Ursache von Krebs sind.

Noch ein Beweis? Vor 2 Jahren erschien die Genom Atlas Studie in der 20 000 Gene bei 100 Brustkrebs-Proben untersucht wurden. Es wurden 44 Gene als Bustkrebs verursachend definiert. Die maximale Anzahl dieser Mutationen („driver-mutations“) in einer Probe waren sechs. 28 Proben zeigten nur eine einzige dieser Mutationen. Was die Autoren unerwähnt ließen war, dass 5 aggressive Brustkrebs-Proben keine einzige dieser Diver-Mutationen enthielten. So etwas zählt auch in wissenschaftlichen Kreisen als unschick und wäre zur Widerlegung der SMT ausreichend. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Ziel die erfolgreiche Behandlung von Krebs und nicht ein Streiten um bestimme Details ist. Wenn die SMT jedoch so komplex ist, dass sie keine Aussicht auf erfogreiche Therapien ergibt, dann müssten die Forschungsgelder anders ausgegeben werden. Stattdessen erfolgen immer neue Anstrengungen die SMT zu belegen und es werden immer weitere Studien zur Gen-Sequenz-Analyse bezahlt.

Konfrontiert mit dem „Scheitern“ seiner Systemerkrankungs-Theorie postuliert Vogelstein nun eine „dunkle Materie“ („dark matter“), welche sich in den Krebs Genom Atlas Daten niederschlägt. So wie die Bewegungen der Galaxien nur mithilfe einer dunklen Materie Sinn machen, müssten wir nur ein Equivalent davon in der Krebserkrankung finden. Diese unbekannte Kraft gibt es vielleicht; nur wird man sie nicht in den Mutations- Mustern finden.

Wenn Krebs nicht von den Mutationen verursacht wird, was ist dann die Ursache von Krebs?

James Watson, der 2009 noch voller Optimismus war, schreib im Winter 2012: “ die „Heilung“ vieler Krebsarten scheint jetzt, für viele erfahrene Wissenschaftler, ein noch entmutigenderes Ziel zu sein, als im Dezember 1971, als Nixon den „Krieg gegen den Krebs“ ausgerufen hatte.“ In diesem Artikel, der um die Welt ging und in einer Rede an der Yale Universität, spricht er die anscheinend zufällige Anordnung von Mutationen an und erklärt, dass die Achilles-Ferse der Krebserkrankung in seinem gestörten Zellstoffwechsel liegen könnte.

Warum ist das so interessant? Bevor die Theorie aufkam, dass Krebs eine genetische Erkrankung sei, begründete 1924 Otto Warburg die Theorie, Krebs würde durch einen Defekt im Stoffwechsel der Zelle ausgelöst werden. Ausgerechnet die Entdeckung der Doppelhelix durch Watson (und Crick) und die danach gefundenen Mutationen dieser Genstruktur, führten in den frühen 60er Jahren zur wissenschaftlichen Auslöschung der Stoffwechsel-Theorie Warburgs. Und nun war es der selbe Watson, der Warburgs Theorie wieder belebte.

Warburg hatte festgestellt, dass Krebszellen Schwierigkeiten haben, Sauerstoff zu verwerten. Diese Eigenschaft hatten alle Krebsarten gemeinsam. Eine gesunde Zelle produziert 90-95% seiner Energie mithilfe von Sauerstoff. Dies geschieht in unseren Zellkraftwerken, den Mitochondrien. mitochondrium

Die restlichen 5-10% der Energie werden durch die anaerobe Glykolyse von Zucker (Glukose) gewonnen. Man nennt diesen Prozess auch Fermentation, weil er ebenso in einfachen Bakterien und Pilzen abläuft.

Krebszellen nutzen auch in Anwesenheit von Sauerstoff die Glykolyse zur Energiegewinnung. Dies nennt man den Warburg- Effekt. Warburg erkannte diese Eigenschaft als die eigentliche Gemeinsamkeit aller Krebserkrankungen. Er schreibt: „Krebs hat, mehr als andere Krankheiten eine unendliche Anzahl sekundärer Ursachen. Aber sogar für Krebs gibt es nur eine primäre Ursache. Vereinfacht ausgedrückt ist die primäre Ursache von Krebs, ein Ersatz der Zellatmung von Sauerstoff, durch eine Fermentation von Zucker.“

Die Stoffwechsel- Theorie der Krebsentstehung

Die sauerstoff- basierte Energieproduktion ist viel effektiver als die Glykolyse. Fast 20 mal mehr Energie wird aus dem selben Zuckermolekül gewonnen, wenn es vollständig mit Hilfe von Sauerstoff verbrannt wird, als wenn es nur fermentiert wird. Die sauerstoffbasierte Enegieproduktion heißt auch oxidative Phosphorylierung und findet ausschließlich in unseren Zellkraftwerken, den Mitochondrien, statt. Die stoffwechselbasierte Theorie der Krebsentstehung sieht eine Fehlfunktion dieser Mitochondrien als Ursache der Krebsentstehung. Die Zelle wird praktisch durch eine Fehlfunktion der Mitochondrien „gezwungen“ ihren Energiebedarf überwiegend aus der Glykolyse zu beziehen. Weil die Glykolyse jedoch wenig effektiv in der Herstellung unserer Energieeinheit ATP ist, muss mehr Rohstoff (Zucker) herbei geschafft werden. Ein Blick auf einen PET-Scan, eine Bilddarstellung welche die Aufnahme radioaktiv markierter Glukose sichtbar macht, zeigt den gesteigerten Appetit der Krebszellen als dunkle Flecken vermehrter Radioaktivität. Ohne den Zuckerhunger der Krebszellen gäbe es diese phantastische Ganzkörper-Untersuchung nicht.

Pet ScanSie sehen links einen dunklen Fleck in der Leber (Liver). Dort hat sich die vorher in die Vene gespritzte radioaktiv markierte Zuckerlösung vermehrt eingelagert. Oben sehen wir das Gehirn als Ganzes etwas dunkler. Der Grund liegt im großen Energiehunger dieses Organs. Auch das Herz und die Leber werden deshalb leicht dunkler dargestellt. Unten, in der Blase, sehen wir den radioaktiv markierten Zucker stark angereichert. Das ist, weil dieser Zucker nicht für die Energieproduktion geeignet ist und deshalb wieder ausgeschieden wird. Im rechten Bild sehen wir den selben Patienten, Monate später, mit einem deutlich verschlechterten Befund in der Leber (mehrere Metastasen).

Watson warf die Diskussion über die stoffwechselbasierte Krebsentstehung wieder auf. War es möglich, dass die vielen Gelder die in die Krebsforschung flossen und trotzdem keine deutliche Verbesserung der Sterblichkeits-Raten erbrachten, fehl investiert waren? Sie kennen den Witz von dem Betrunkenen, der im Schein der Laterne nach seinem Schlüssel sucht, obwohl er ihn wo anders verloren hat. Vielleicht hatte die bahnbrechende Entdeckung der Struktur unserer Gene (DNS) ein solch starkes Licht auf diese geworfen, dass wir nicht wo anders nach der Ursache für den Krebs gesucht haben? Hatte Warburg tatsächlich 1924 das Problem schon erkannt?

Dr. Seyfried: Krebs ist eine Stoffwechsel-Erkrankung

Dr. Thomas Seyfried vom Boston College sah sehr bald, dass die somatische Mutationstheorie mit ihrem Versuch, aus den Mutationen der im Krebs Genom Atlas Projekt gefundenen Daten, einen Sinn zu machen, auf der Stelle trat. Statt dessen stürzte er sich, mit seinen Studenten, auf die Frage: „Was ist die Natur des Krebses?“, indem er die Erkenntnisse von 100 Jahren Krebsforschung neu aufrollte. Nach der Auswertung von 2,8 Millionen Veröffentlichungen kam er zu dem Schluss: Warburg hatte Recht! Krebs wird durch einen defekten Zellstoffwechsel verursacht und in seiner Entwicklung angetrieben. Die Zusammenfassung seiner Arbeit kann man im Buch: „Krebs als eine Stoffwechsel-Erkrankung“ nachlesen.

Seine Arbeit hat in der Forschungsgemeinde wie eine Bombe eingeschlagen. Der Grad der Entrüstung war enorm. Hier war einer der Ihren, der die SMT über den Haufen warf und die Vielzahl der Mutationen einer Krebszelle als ein „Ablenkungsmanöver“ bezeichnete, das nichts mit der Entstehung der Krankheit zu tun hatte. Der allen Ernstens behauptete, all die Eigenschaften des Krebsgeschehens, von der Warte des gestörten Zellstoffwechsels aus, erklären zu können. Dabei spielen die Gene aber auch eine gewisse Rolle; nur sind es die Gene der Mitochondrien selbst.

Mitochondrien haben ein eigenes Set genetischen Materials. Eine ringförmige DNS wie man sie von Bakterien kennt. Diese Gene codieren Eiweiße, welche für die Energieerzeugung in den Mitochondrien eine Schlüsselfunktion haben. Die gleichen Auslöser, welche die DNS unseres Zellkerns (nDNS) schädigen können, schädigen auch die mitochondriale DNS (mtDNS). Die DNS der Mitochondrien ist nur nicht so geschützt wie die nucleäre DNS des Zellkerns und ist so viel empfindlicher auf Schäden. Zigarettenrauch, krebserregende Chemikalien, Viren und Strahlen schädigen also die mitochondriale DNS. Diese Schädigungen stören nicht nur die Energieproduktion in den Mitochondrien, sie senden auch ein Signal an die Gene im Zellkern, wodurch krebsfördernde Stoffwechselwege aktiviert werden. Manche Gene welche sich in einem „Schlaf“ befanden, werden geweckt, andere unterdrückt und das Resultat ist ein unkontrolliertes Wachstum und eine genetische Instabilität. Diese genetische Instabilität zeigt sich im Auftreten immer neuer Mutationen. Die Mutationen folgen also auf die Schädigung der Mitochondrien und die dadurch verursachte Störung des mitochondrialen Stoffwechsels. Die Anordnung der Mutationen ist, auf Grund der ausgelösten genetischen Instabilität, mehr oder weniger zufällig. Dadurch wird die jahrzehntelange Suche nach „ursächlichen“ Mutationsmustern zu einem unlösbaren Rätsel.

Und was ist mit den ererbten Krebserkrankungen?

Ererbte Kresberkrankungen machen 5% bis 7% aller Krebserkrankungen aus. Die meisten Krebserkrankungen treten „spontan“, ohne nachweisbare erbliche Belastung auf. Dr. Seyfried beschreibt für jede bekannte ererbte Krebserkrankung den direkten Zusammenhang mit der Funktion der Mitochondrien. Die meisten Gene, welche die Eiweiße codieren, die für den Aufbau von Mitochondrien benötigt werden, liegen in der DNS des Zellkerns. Alle bekannten ererbten Krebsarten haben angeborene Veränderungen auf Genen, welche für den Aufbau und die Funktion der Mitochondrien zuständig sind. Es wird also auch bei diesen Krebsformen zuerst ein Schaden an den Mitochondrien angerichtet.

Nehmen wir zum Beispiel die BRCA1 Mutation, welche im Zusammenhang mit Angelina Jolie bekannt wurde. Wenn man ein fehlerhaftes BRCA1 Gen erbt, dann steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, während ihres Lebens Brustkrebs zu entwickeln, von 12% auf 60%. Als die kluge und konsequente Hollywood- Schauspielerin erfuhr, dass sie betroffen war, lies sie sich beide Brüste amputieren. Es stellte sich aber auch heraus, dass das BRCA1 Gen, neben anderen Aufgaben, auch für die Funktion unserer Mitochondrien verantwortlich ist. Vor allem beim Aufbau neuer Mitochondrien wird dieses Zellkern-Gen benötigt. Ein defektes BRCA1 Gen stellt defekte Eiweisse her, und zeigt sich auch im Rückgang der mitochondrialen Kapazität und Vitalität. Laut Seyfried ehöht sich dadurch die generelle Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken;- nicht nur an Brustkrebs.

Beweise für die Stoffwechseltheorie von Krebs

Den auffälligsten Hinweis auf den Zellstoffwechsel als Ursache von Krebs, fand Seyfried in Veröffentlichungen aus den späten 80ern. Die beschreibenen Versuche waren so klar und einfach und ihre Aussagen so wichtig. Seyfried konnte nicht glauben, dass weder jemand zu ihnen Stellung nahm, noch Versuche unternommen wurden, sie zu widerlegen.

Zwei Gruppen von Forschern arbeiteten unabhängig voneinander; die eine im Bundesstaat Vermont und die andere in Texas. Die Techniken für Mikrochirurgie und Zellkern- Transplantationen waren gerade stark verfeinert worden. Die Forscherteams machten sich an eine Reihe von Versuchen, bei denen die Zellkerne von gesunden Zellen mit denen von Krebszellen getauscht wurden. Wilhelm Schaeffers Gruppe aus Vermont wollte wissen, wie viel Kontrolle das Zytoplasma der Zelle über den Prozess der Krebsentstehung hatte. Das Zytoplasma enthält alle Bausteine der Zelle, außer dem Zellkern. In diesem Zytoplasma befinden sich also auch die etwa tausend Mitochondrien dieser Zelle.

ZellversuchDer Versuch ist in dieser Grafik dargestellt. die linke Hälfte zeigt, dass aus einer gesunden Zelle (grün) durch Zellteilung, zwei gesunde Zellen entstehen. Bei einer Krebszelle (rot) entstehen durch Zellteilung zwei Krebszellen. In der rechten Hälfte sehen Sie, was entsteht wenn die Zellkerne ausgetauscht werden. Pflanzt man den Zellkern einer Krebszelle (rot) in eine gesunde Zelle (grün), so entstehen bei der folgenden Zellteilung zwei gesunde Zellen. Implantiert man jedoch der Zellkern einer gesunden Zelle in eine Krebszelle, dann entstehen bei der folgenden Zellteilung Krebszellen oder lebensunfähige Zellen.

Obwohl der Zellkern also das gesamte genetische Material der Krebszelle enthielt (auch die sogenannten Driver-Mutationen), kann er beim einfachen Kopiervorgang seiner Gene während der Zellteilung, keine Krebszellen erzeugen. Dies steht im krassen Widerspruch zur Somatischen Mutationstheorie! Hier sind die Referenzen zu den Studien:

Israel BA, Schaeffer WI. Cytoplasmic suppression of malignancy. In Vitro Cell Dev Biol. 1987;23: 627– 32.

Israel BA, Schaeffer WI. Cytoplasmic mediation of malignancy. In Vitro Cell Dev Biol. 1988;24: 487– 90.

Die Vermont Gruppe konnte das Ergenis nicht glauben und wiederholte diesen Versuch 68 mal. Die Zellen mit dem Tumor-Zellkern und dem „gesunden“ Zytoplasma wurden in Mäuse eingesetzt. In nur einem einzigen Fall entstand, im Verlauf der daruf folgenden Beobachtung über ein ganzes Jahr, Krebs. Krebszellen welche mit derselben Technik übertragen wurden, erzeugten immer Krebs, gesunde Zellen nie. Die Vermont Gruppe konnte sich die Ergebnisse nicht erklären. Jerry Shay´s Gruppe in Texas wiederholte das Experiment und bestätigte Schaeffers Resultate. Sie führten dieselbe Zellkern-Transplantation durch und beimpften 10 Mäuse mit den gesunden Zellen mit dem eingepflanzten Krebs-Zellkern (in der Grafik die dritten von links). Nicht eine einzige Maus entwickelte Krebs.

Die Forscher drehten das Experiment um und verplanzten Krebszellen, denen der Zellkern entnommen wurde und durch den Zellkern einer gesunden Zelle ausgetauscht wurde (4. von links in der Grafik). Da die Gene des verplanzten Zellkerns gesund waren,- also keine Mutationen enthielten- erwarteten die Forscher, dass sich kein Krebs entwickeln würde. In 97% der Mäuse entwickelte sich aber im Beobachtungsjahr Krebs! Das Zellplasma, mit seinen Mitochondrien, konnte also ganz alleine Krebs erzeugen! Schaeffer schrieb: „Hier präsentieren wir die Daten, die zum ersten Mal eindeutig beweisen, dass das Zellplasma die Schlüsselrolle einnimmt, ob ein maligner Phänotyp zum Ausdruck kommt.“ Der maligne Phänotyp ist der Krebs.

Der Fall Metformin

Als bekannt wurde, dass Diabetes- Patienten welche Metformin zur Blutzucker-Senkung einnahmen, weniger häufig an Krebs erkrankten, war die Verwunderung in medizinischen Forscherkreisen schon groß. Die Verwirrung war aber komplett, als man herausfand, dass auch die Behandlungserfolge von Krebs, bei gleichzeitiger Einnahme von Metformin, verbessert waren. Eine Beeinflussung des Stoffwechsels hat einen Einfluss auf Krebs?!

Dies deckte sich mit den Beobachtungen von Valter Longo. Die „Zeit“ brachte einen Artikel zu seiner Forschung (auf deutsch!). Eine Gruppe von zwergwüchsigen Menschen in Ecuador hat eine Art „Immunität“ gegen Krebs. Als Ursache sowohl für den Zwergwuchs als auch für die Tatsache, dass diese Menschen anscheinend nie Krebs entwickeln, fand Longo eine Veränderung am Insulin-Rezeptor. Das Hormon Insulin, welches den Blutzucker regelt, löst bei diesen Menschen keine Freisetzung von IGF-1 aus. Das IGF-1 ist ein Zell-Hormon, dass nicht nur das Wachstum im Kindesalter fördert, sondern auch Stoffwechselwege antreibt, welche den normalen programmierten Zelltod blockieren und das Krebswachstum fördern.

Menschen die regelmäßig fasten haben auch seltener Krebs. Beim Fasten werden „schwache“ Mitochondrien abgebaut. Gleichzeitig führen die beim Fasten vermehrt auftretenden Ketonkörper zu einer Belebung der „starken“ Mitochondrien und zu deren Vermehrung. Der Keim der Krebsentwicklung wird so erstickt. Schon Plutarch sagte: „Statt die Arznei zu nehmen, faste einen Tag“. Mehr dazu in „Die Krebsdiät“.

Warum gibt es überhaupt Krebs?

Der Kosmologe und theoretische Physiker Paul Davies wurde von der amerikanischen Gesundheitsbehörde auf einen ganz speziellen Forschungsauftrag geschickt (http://cancer-insights.asu.edu). Das NCI (National Cancer Institute) machte 35 Millionen Dollar locker, um endlich die Erkrankung „Krebs“ besser zu verstehen. Sie trauten diese Aufgabe einem Außenstehnden wohl auch deshalb zu, weil sie seit Jahrzehnten etwa 5 Milliarden Dollar pro Jahr in die Krebsforschung steckten und mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind. Das ist schon interssant. Man traut der medizinischen Forschung anscheinend nicht mehr zu, einen echten Durchbruch im Verständnis und der Behandlung von Krebs zu erreichen. Und das bei einem Budget, das die NASA- Ausgaben überschreitet.

Dabei haben diese Forschungsgelder nicht einmal dazu geführt, dass die neuen Krebsmedikamente zu günsitigen Preisen zur Verfügung stehen. Schließlich zahlt der amerikanische Steuerzahler ja schon die 5 Milliarden jährlich an Forschungsgeldern. Nein, die Pharma-Industrie verlangt für die neu entwickelten Präparate Unsummen. Hier ein paar Beispiele: „Provenge“ kostet 93000 USD, „Yervoy“ 120000 USD und „Zactima“ 144000 USD pro Anwendung. Es entsteht eine Kostenbelastung von oft mehreren hunderttausend Dollar pro Patient. Dabei verlängert das Melanom- Medikament Yervoy (Ipilimumbab) das Leben eines Hautkrebs- Patienten durchschnittlich nur um 5 Wochen.

Zeigen die Statistiken nicht eine Verlängerung der Lebenserwartung?

Die Überlebensraten sind bei vielen Krebsarten jetzt statistisch tatsächlich etwas besser, als noch vor 50 Jahren. Dabei ist es aber wichtig zu wissen, dass ein Krebspatient dann als „erfolgreich behandelt“ gebucht wird, wenn er mehr als 5 Jahre nach Diagnosestellung überlebt. Durch die neuen Entwicklungen in der Früherkennung von Krebserkrankungen wird diese Statistik automatisch etwas besser aussehen; auch wenn die Patienten genauso schnell der Krankheit erliergen würden wie vor 50 Jahren. So verbesserten sich die 5 Jahres Überlebensraten zwischen 1975 und 1997 bei Dickdarmkrebs von 6% auf 8%, beim Brustkrebs von 19% auf 23%, beim Lungenkrebs von 2% auf 3% und beim Prostatakrebs von 29% auf 34% (gerundet; laut NCI).

Davies sagt: „Wenn man den Aufwand betrachtet, der betrieben wurde, ist der Erfolg bei den wichtigsten Krebsarten (Brust, Darm, Prostata, Lungen) schockierend gering. Metastasierender Krebs tötet immer noch 90% der Krebspatienten. Der Erolg, der oft hoch gepriesenen Krebsmedikamente, läßt sich in der durchschnittlichen Verlängerung der Lebenserwartung von nur wenigen Wochen messen. Dabei bedeutet dies in Einzelschicksalen, dass diese Medikamtente bei den Meisten nicht wirken und da wo sie anschlagen, das Leben eher um Monate, als Jahre verlängern.“ Als Grund für den geringen Erfolg sieht Davis den Mangel im Verständnis der Krankheit Krebs selbst.

 Davis stellt die Frage: Warum gibt es überhaupt Krebs?

Auf meine Frage: Warum ein bestimmtes Krankheitsgeschehen aufgetreten sei, erhielt ich  während meines Medizinstudiums einmal eine interessante Antwort: „Die Medizin ist eine exakte Wissenschaft, wir fragen nicht „warum“ sonder „wie“ bestimmte Prozesse auftreten. Wenn sie am „Warum“interessiert sind müsseen sie die Fakultät wechseln und zu den Philosophen gehen.“

Davies und sein Team stellten sich aber genau diese Frage und erhielten tatsächlich mögliche Antworten, die ein ganz neues Licht auf diese „Erkrankung“ werfen. Grund für die  Anführungszeichen ist, dass Davies Krebs für eine Entwicklung hält, die multizellulären Orgnaismen „eingebaut“ ist; ähnlich wie das Altern. Er sagt, die Medizin sei so sehr darauf fixiert die Erkrankung Krebs zu heilen, dass sie sich nicht die Zeit nimmt, eine allegemeine Theorie des Krebes zu entwickeln, welche die Frage beantwortet, was Krebs eigentlich ist. Warum gibt es sie überhaupt und wie passt diese Krankheit in die evolutionäre Entwicklungsgeschichte.

Davies kommt als Essenz seiner Überlegungen zu dem Schluß: Wir werden den Krebs nie beseitigen können und sollten bei dieser „Krankheit“ nie von „Heilung“ sprechen; ähnlich wie wir auch beim Altern nie von Heilung sprechen würden. Es ginge viel mehr um die Beeinflussung der Gegebenheiten um das Ausbrechen einer Erkrankung hinauszuzögern und so, im günstigsten Fall, während unserer Lebensspanne nicht mit Einschränkungen und Beschwerden durch diese Entwicklungen betroffen zu sein.

Krebs sei eigentlich eine einfach zu beschreibende Erkrankung. Zellen beginnen in einem bestimmten Organ unkontrolliert zu wachsen und streuen dann auf andere Organe. Dieses „Streuen“ (metastasieren) ist für 90% der Todesfälle bei dieser Erkrankung verantwortlich. Man sollte annehmen, dass diese Prozesse des unkontrollierten Wachstum und der Streuung inzwische vollständig verstanden seien. Leider nicht. Zellen beginnen jedoch nicht einfach plötzlich sich zu vermehren und zu streuen. Es müssen eine Reihe von Bedingungen für diese Prozesse geschaffen sein.

Normalerweise sind unsere Zellen sehr spezialisiert, um ihre Funktionen in den einzelnen Organen und Strukturen erfüllen zu können. Eine Leberzelle ist anders als eine Gehirnzelle. Man spricht von vollständig „differenzierten“ Zellen. Deshalb würde sich eine Gehirnzelle in der Leber nicht wohl fühlen und könnte dort nicht überleben. Bei Krebs können die Zellen in einem Organ entspringen und dann in einem anderen Organ ansiedeln.

MetastasenbildungZuerst gibt es den sogenannten Primärtumor; einen Zellhaufen von 30 bis 50 Zellen, der oft ein Leben lang an der selben Stelle sitzt, ohne je Probleme zu machen. Ausgelöst durch Enzündungsfalkoren und Sauerstoffmangel erlangt dieser Zellhaufen die Fähigkeit kleiste Blutgefäße in der Umgebung für die eigene Versorgung anzuziehen. Der Tumor kann so an Größe zunehmen und trotzdem stellen die meisten der Tumore in diesem Stadium noch keine Belastung für den Organismus dar. Erst wenn die Tumorzellen, schrittweise aktiviert durch tumorfördernde Stoffwechselprodukte, ihre Form und Oberfläche verändern, verlassen einzelne von ihnen den Tumor und wachsen in Gewebe und Blutbahnen ein.

Hier wird noch weiter dran gearbeitet!

Gibt es eine Krebsdiät?

Weder während meines Medizinstudiums in den frühen 80ern, noch in der darauf folgenden Zeit als niedergelassener Arzt, erreichten mich irgendwelche fachlichen Hinweise bezüglich einer Ernährungsweise, die von Krebspatienten eingehalten werden soll. Auch meine betroffenen Patienten gaben auf meine Frage, welche Ernährungsempfehlungen sie von ihrem Onkologen erhielten, meist die Antwort: gar keine. Manchen wurde empfohlen, alles zu essen, was ihnen schmeckt, weil ja schließlich die vom Krebs verursachte Auszehrung (Kachexie) das größte Hindernis für eine aggressive Therapie darstelle. So gönnten sich viele auch öfter mal was Süßes, nicht nur wegen des Genusses, sondern auch wegen der kleinen Wohltat für die gestresste Seele. Ich kann mich an eine Brustkrebs-Patientin erinnern, deren Ehemann ihr jeden Abend Zitroneneis mit Champagner an´s Krankenhausbett brachte; als Erinnerung an gemeinsam verlebte Urlaube.

Während meiner Zeit als niedergelassener praktischer Arzt mit Schwerpunkt Naturheilverfahren, begegneten mir die unterschiedlichsten Ansichten zum Thema Ernährung bei Krebserkrankung. Die Budwig-Diät, die allgemeine Empfehlung Fleisch zu meiden, oder die makrobiotische Diät. Der Nachteil war, dass keine dieser Empfehlungen eine wissenschaftlich plausible Begründung für ihre propagierte Wirksamkeit aufzeigen konnten. Es war mir klar, dass der Grund in unserem noch stark mangelnden Verständnis der Krebserkrankung selbst lag.

Vor zwei Jahren begegnete mir nun die Arbeit von Prof. Thomas Seyfried der mit seinem Buch „Krebs als Stoffwechselerkrankung“  den Grundstein für mein heutiges Verständnis dieser „Erkrankung“ legte. Seine klare Beweisführung zur Ursache von Krebs hat nun endlich die Tür für eine erfolgreiche Therapie geöffnet. Mehr dazu unter: „Wie entsteht Krebs.“ Bisher wird die Arbeit von Prof. Seyfried von der medizinischen Krebsforschung jedoch weitestgehend ignoriert. (Es gibt ein paar plumpe Versuche der Diskreditierung; mehr dazu im „Tagebuch“)

Leider schließt die vorwiegende Theorie der Krebsentstehung jegliche Mithilfe des Patienten, bei der Therapie, von Anfang an aus. Diese Theorie erklärt die Entstehung des Krebses mithilfe einzelner Mutationen an unseren Genen, welche durch Strahlung, krebserregende Gifte oder Viren ausgelöst werden. Sobald diese Mutationen an wichtigen Genen (Onkogen, Tumor Suppressor Gen) geschehen und nicht rechtzeitig repariert werden, entsteht Schritt für Schritt Krebs. Diese krebserzeugenden Faktoren zu meiden ist damit Alles, was Sie tun können. Wenn der Krebs erst einmal entstanden ist, dann muss dieser durch Strahlen, Operationen und (oft selbst krebserregende) Gifte (Chemotherapie) abgetötet werden. Sie selbst können da nicht viel beitragen. Deshalb sagen die meisten Mediziner: „Eine Krebsdiät gibt es nicht!“

Die Theorie von Prof. Seyfried wurde inzwischen sowohl in Tierversuchen, als auch beim Menschen, nachgewiesen. Sie sieht die Ursache der Krebsentstehung in einer Fehlfunktion unserer Mitochondrien. Diese ist durch diätische Maßnahmen sehr wohl beeinflussbar. Mehr dazu unter: „Die Krebsdiät“.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass es gerade einen Krieg der Anschauungen bezüglich der Ursache von Krebs gibt. Solange dieser Krieg noch nicht beendet ist, müssen Sie sich selbst eine Meinung bilden. Auf diesem Blog erhalten Sie Informationen zu der Stoffwechsel-Theorie der Krebsentstehung. Falls Sie sich entscheiden sollten, den Empfehlungen dieses Blogs zu folgen, stehe ich Ihnen gerne beratend zur Verfügung.

Viel Erfolg!