Die Krebsdiät

Obwohl die hier beschriebene kalorienreduzierte ketogene Diät (KKD) oder auch fastenequivalente Diät als therapeutische Maßnahme bei der Epilepsie zugelassen ist, so geschieht doch jede Anwendung zu einem anderen gesundheitlichen Zweck, aus Ihrer eigenen Entscheidung und auf Ihr eigenes Risiko!

Die fastenequivalente Diät (FD) wirkt nach einem klaren Prinzip. Die Krebszelle braucht Zucker (Glukose) zum überleben. Wenn die Nachschub an Glukose eingeschränkt ist, dann muss der Krebs mit anderen Zellen um die noch vorhandene Glukose streiten. Während nun gesunde Zellen lernen, Ketonkörper (aus Fett) zu Energie umzuwandeln, können Krebszellen dies nicht. Die Krebszellen kommen dadurch unter einen enormen Druck; während die gesunden Zellen sogar von der Verbrennung der Ketonkörper profitieren. Laut den Forschungen von D´Agostino und Seyfried (siehe unter „Wie entsteht Krebs?“) beginnt die Umstellung auf die Ketonkörper- Verbrennung am schnellsten mithilfe eines 3- tägigen Wasser-Fastens. Danach kann dann eine Ernährung eingehalten werden, welche bei jedem eine andere prozentuale Zusammensetzung hat, aber reich an Fett ist und bei Kohlehydraten und Eiweiß eingeschränkt ist.

Das Maß einer erfolgreichen Umstellung auf Ketonkörper-Verbrennung ist ein Verhältnis von 2:1 oder idealer Weise sogar 1:1 von Glukose zu Ketonkörpern (jeweils mmol/l) im Blut. Dies lässt sich einfach messen, indem man die Fingerbeere an piekst und einen Bluttropfen auf Messstäbchen aufbringt. So misst ein Diabetes-Patient auch selbst seinen Blutzuckerwert. Nur messen Sie zusätzlich noch den Ketonwert.

Ein Verhältnis Glucose zu Ketonkörper von 2:1, oder weniger, entspricht der Stoffwechsellage, die Sie beim Fasten erreichen. Obwohl Sie also essen dürfen, läuft Ihr Stoffwechsel so, als würden Sie fasten. Deshalb nenn wir die hier vorgestellte Krebsdiät auch „fastenequivalente“ Diät.

Wie funktioniert die Krebsdiät?

Die beste Strategie zum Anfang ist wirklich ein reines Wasserfasten für 48 bis 72 Stunden. Konkret heißt dies, dass Sie außer Wasser (Grüner Tee !!!, Früchtetee, Kräutertee) nichts zu sich nehmen. Erlaubt ist höchstens etwas klare Brühe. So erreichen Sie die notwendigen Ketosewerte zuverlässig. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie gesund genug sind, zu fasten. Wenn nicht, dann fangen Sie einfach mit der hier beschriebenen Ernährung an. Die Umstellung dauert dann zwar etwas länger, aber nach ein bis zwei Wochen sollten Ihre Ketosewerte auch auf über 3 mmol/l angestiegen sein. Wenn nicht, dann bleiben Sie auf der Diät, setzten aber 1 bis 2 Mahlzeiten aus. Dies gibt oft den „Kick“ den ihr Stoffwechsel für die Umstellung braucht.

Die Diät selbst ist einfach. Das Wichtigste ist, die Menge der verzehrten Kohlehydrate stark zu verringern. 12 Gramm sind für die Meisten das Limit. Zudem müssen Sie die Menge des täglich verzehrten Proteins (Eiweiß) auf 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht beschränken. Dies ist wichtig, da auch Eiweiße einen Insulin-Ausstoß verursachen. Den Insulin-Ausstoß zu senken ist ein wichtiger Faktor bei der Krebsdiät. Außerdem kann Eiweiß, vor allem in Kombination mit Kohlehydraten die Freisetzung von IGF1 in der Leber fördern. IGF1 ist ein Wachstumsfaktor und neben dem Insulin Ihr größter Widersacher bei der Krebsdiät. Sie sollten praktisch nur so viel Eiweiß zu sich nehmen, wie es nötig ist, um den Abbau von Muskeleiweiß zu verhindern. Der Rest der Nahrung stammt aus Ölen und Fetten. Diese sollten natürlich aus möglichst guten Quellen stammen. Dazu gehören Olivenöl, Kokosfett und Butter von Kühen welche ausschließlich mit Gras, Silage oder Heu gefüttert werden (z.B. Kerrygold).

Sobald Sie mit der Ernährungsumstellung beginnen wird ihr Blutzuckerspiegel absinken. Passen Sie also auf, wenn Sie Blutzucker senkende Medikamente einnehmen (Hausarzt mit einbeziehen!). Wenn ihr Nüchtern- Blutzucker von 100 mg/dl auf 80 mg/dl und dann 70 mg/dl sinkt, wird gleichzeitig ihr Keton-Spiegel auf 2 bis 4 mmol/l ansteigen. Der Bereich zwischen 2-4 mmol/l wird von Seyfried die „therapeutische Zone“ genannt. Die therapeutische Zone ist ein Stoffwechsel- Zustand, der für die Krebszellen extrem „feindlich“ und für die gesunden Zellen sehr „freundlich“ ist. Wenn Sie ein Ketonmessgerät haben, dann sollten Sie zu Anfang 2-3 mal täglich den Wert bestimmen. Messen Sie gleichzeitig immer den Blutzucker. Dann wissen Sie mit der Zeit, bei welchem Blutzucker- Wert Ihr Ketonwert in der therapeutischen Zone liegt. Die Messungen sollten vor dem Frühstück und 2 Stunden nach dem Mittag- und Abendessen durchgeführt werden.

Legen Sie auf jeden Fall ein Bücherl mit ihren Werten an. Wenn Sie dort auch eintragen, was Sie gegessen haben, dann finden sie schnell die Nahrungsmittel heraus, welche Sie aus der Ketose befördern und Blutzuckerspitzen erzeugen. Jeder hat seinen eigenen Stoffwechsel und reagiert anders. Der wichtigste Teil der Diät ist, auch von den erlaubten Nahrungsmitteln nicht zu viel auf einmal zu essen. Der Blutzucker geht sonst hoch und Sie werden Frust anstauen. Sehen Sie diese Diät immer als die leichtere Alternative zum totalen Fasten. Manche müssen die Aufnahme der täglichen Gesamtkalorien auf 1200 oder sogar weniger drosseln, um in die therapeutische Zone zu kommen. Jede Form der Bewegung hilft die therapeutische Zone zu erreichen! Körperliche Aktivität erhöht während der Diät den Ketonspiegel und senkt den Blutzuckerspiegel.

Wichtig:

  • Wenn Ihr Arzt das OK gibt, beginnen Sie am Besten mit einem reinen Wasser- Fasten für 48 bis 72 Stunden.
  • Beschränken Sie die Menge an Kohlehydraten auf 12 Gramm (z.B.: 100 Gramm Brokkoli enthalten 2,9 Gramm Kohlehydrate) Tabelle
  • Für jedes Gramm Eiweiß nehmen Sie bitte 4 Gramm Fett zu sich.  Beispiel: 100 Gramm Lachs enthalten 20 Gramm Eiweiß und 11 Gramm Fett. Sie müssten also noch 69 Gramm Fett zu sich nehmen um auf 4:1 zu kommen.
  • Reduzieren Sie die Gesamtkalorien bis Sie in der „therapeutischen Zone“ bleiben. Dies geht am Leichtesten durch eine Beschränkung der Portionen.
  • Messen Sie Ihre Ketosewerte und Blutzuckerwerte anfangs drei mal täglich.
  • Lassen Sie öfter mal eine Mahlzeit aus. Dies fällt leicht, wenn Sie erst einmal an die Verbrennung der Ketonkörper gewohnt sind. Sie werden dann keinen Hunger verspüren. Versprochen!

Wie viel alleine schon eine reine Kalorien- Reduktion bringt, zeigt die Arbeit des Krebschirurgen Dr.George Yu von der Washington Universität. Er beschränkt seine Patienten auf 1200 bis 1500 Kalorien pro Tag. Dr. Yu:“Ungefähr ein Drittel der Patienten haben alleine durch diese kalorienreduzierte Diät einen dramatischen Rückgang bis zum Verschwinden der Tumormassen.“ Auch in den aggressivsten Krebsfällen zeige alleine die Kalorienreduktion eine Verlangsamung des Krebs-Wachstums. Die Patienten von Dr. Yu können diese kalorienarme Ernährung nur über einen beschränkten Zeitraum einhalten. Sobald sie wieder normal essen, wächst der Tumor in 2/3 der Fälle wieder. Die fastenequivalente Diät nach Prof. Seyfried, welche wir hier vorstellen, ist etwas anders als die von Dr. Yu. Sie erlaubt deutlich mehr Gesamtkalorien, solange man in der therapeutischen Zone bleibt. Der Blutzucker-Spiegel ist noch günstiger (niedriger) auf der hier dargestellten Ernährung und sie kann unbegrenzt lange eingehalten werden.

Die zwei Phasen: Einleitungsphase und Erhaltungsphase

Die fasten- equivalente ketogene Ernährung kann in zwei Phasen eingeteilt werden: eine aggressive Einleitungsphase und eine gelockerte Erhaltungsphase. Die aggressive Einleitungsphase beginnt idealer Weise mit dem Wasserfasten und wird als kalorienreduziere, streng überwachte Ketose, für bis zu 2 Monate durchgehalten. Die Erhaltungsphase erlaubt einen Rückgang der Ketose; also mehr Gemüse und Salate und mehr Gesamtkalorien. Ziel der Erhaltungsphase ist es das schnelle Abnehmen während der Einleitungsphase zu bremsen, um ein gesundes Körpergewicht zu halten.

Die fastenequivalente Diät ist frei von Hunger- Qualen! Das bedeutet nicht, dass Sie nicht ab und zu ein leichtes Hungergefühl haben. Aber dieser Preis ist gering im Vergleich mit dem Resultat! Wenn Sie ein flaues Gefühl oder Schwindel haben, hilft eine Tasse klare (Gemüse-) Brühe (der Blutdruck fällt unter dieser Diät meist etwas ab).

Die verwendeten guten Fette helfen nicht nur beim Bilden der Ketonkörper; sie sättigen auch. Das Beste ist: Sie zwingen nicht nur die Krebszellen in die Knie, Sie verbessern noch dazu Ihre allgemeine Gesundheit. Migräne, Gelenkbeschwerden, Darmentzündungen, Diabetes Typ 2, Gicht, Übergewicht, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette bis hin zu schlechter Laune- ALLES bessert sich meistauf der fastenequivalenten Ernährung!!!

Die Einleitungsphase

Der Grund warum zu Beginn das Wasserfasten empfohlen wird ist, dass die „Zuckerspeicher“ des Körpers geleert werden. Wir haben etwa 150 Gramm Speicherzucker (Glykogen) in der Leber und 300 Gramm in den Muskeln gespeichert. Erst wenn das in der Leber gespeicherte Glykogen fast aufgebraucht ist, steigt das Hormon Gukagon stark an und stimuliert so den Umbau von Fetten zu Ketonkörpern. Glukagon ist der Gegenspieler des Insulins. Es wird ebenso wie das Insulin in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Wenn wir unseren Stoffwechsel- „Motor“ mit einem Hybridauto vergleichen, dann kann der Wagen entweder mit Benzin (Zucker/ Kohlehydrate) oder mit Strom (Fett/Ketone) betrieben werden. Er kann nicht gleichzeitig mit beiden Antrieben arbeiten. Erst wenn der Benzintank leer ist, wird der Elektroantrieb angeworfen. In unserem Fettgewebe tragen wir mächtige „Batterien“ mit uns. Sie könnten das Auto wochenlang antreiben, ohne zu tanken. Wenn wir Zucker oder schnell verfügbare Kohlehydrate zu uns nehmen, füllt sich der Benzin-Tank auf und der Elektromotor (Fettverbrennung) schaltet ab. Mit dem 2-3 tägigen Wasser-Fasten entleert sich der „Benzintank“ am schnellsten.

Das Fasten

Beim Wasser-Fasten ist es wichtig genügend zu trinken. Mindestens 2 Liter Flüssigkeit sollten Sie über stilles Quellwasser und Grüner-, Früchte-, oder Kräuter-Tee zu sich nehmen. Passen Sie auf, dass im Tee kein Zucker versteckt ist (Beutel statt Pulver). Besonders empfehlenswert ist grüner Tee. Trinken Sie täglich 1-2 Tassen klare Brühe, am besten selbst aus Gemüse gekocht, um den Elektrolythaushalt aufrecht zu erhalten. Sobald Ihr Ketosewert auf 3 angestiegen und der Blutzucker auf 60-80 mg/dl abgesunken ist, können Sie mit dem Essen beginnen. Dies ist meist nach 48- 72 Stunden erreicht. Wenn nicht, dann setzen Sie sich mit mir in Verbindung. Fasten ist eine sehr intime, spirituelle Angelegenheit. Nehmen Sie sich ein Wochenende und viel Ruhe dafür. Lassen Sie Ihre Mitmenschen wissen, dass Sie ihre Unterstützung brauchen. Manche gönnen sich einen Saunaabend oder eine Massage. Egal was Sie tun, lassen Sie es sanft angehen.

Die Ernährung in der Einleitungs- Phase

Die erste Mahlzeit nach dem Fasten sollte noch nicht so fettreich sein wie die späteren. Eine Suppe mit Gemüseeinlage eignet sich sehr gut. Später erhöhen Sie nach und nach den Fettanteil, bis Sie die hier angegebenen Anteile erreichen. Essen Sie besonders langsam und kauen Sie gründlich! Für Erwachsene ist 2 Mahlzeiten täglich mit einem fettreichen Snack meist genug. Die Ketose verringert den Appetit und hilft so dabei, mit kleinen Mahlzeiten volle Zufriedenheit zu erreichen. Je nach Körpergröße, Aktivität, Alter und Geschlecht kann dann die Menge der verzehrten Kalorien gesteigert werden. Das Maß ist immer die „therapeutische Zone“(siehe oben).

Wenn der Blutzuckerwert ansteigt (auf über 80 mg/dl), dann lassen Sie eine Mahlzeit aus. Meist ist dies ein Zeichen, dass Sie zu viel Eiweiß gegessen haben. Es kann auch sein, dass Ihre tägliche Kalorienaufnahme zu hoch ist. Bei Untergewichtigen kann der Blutzucker auch ansteigen, weil Muskelmasse abgebaut wird. Das ist ungünstig und kann durch häufigere Mahlzeiten und Erhöhung der Gesamtkalorien aufgefangen werden. Wiegen sie sich jeden Morgen und schreiben Sie das Ergebnis in´s Bücherl.

Anfangs verlieren Sie wahrscheinlich einiges an Körpergewicht. 5%-10% Ihres Gewichts können schon in den ersten Wochen runter gehen. Das ist normal. Es handelt sich zum größten Teil um Wasser. Die Fasten-Diät führt zu einem Rückgang des antidiuretischen Hormons. Deshalb wird mehr Salz über die Nieren ausgeschieden; was zu einem Wasserverlust führt. Es fehlt das Insulin, welches genau das Gegenteil bewirken würde. Durch den Wasserverlust sinkt auch der Blutdruck. Achtung: Sie werden höchst wahrscheinlich nach und nach auf Blutdruck senkende Medikamente verzichten können. (Hausarzt mit einbeziehen!)

Der Plan

Sie haben sich entschlossen die fasteneqivalente Diät durchzuziehen und jetzt zu beginnen? Willkommen an Bord! Als erstes verschenken sie alle Nahrungsmittel in Ihrem Kühlschrank und Vorratsräumen, welche nicht auf der Liste der „erlaubten“ Nahrungsmittel stehen. Das ist auch empfehlenswert, wenn es andere Familienmitglieder gibt, die anders essen wollen. Lassen Sie diese ihre Pizza, Pommes und Plätzchen außer Hauses verzehren. Am Besten wäre, der Partner macht mit und isst mehr wie in der Erhaltungsphase. Sie essen dann beide die selben Nahrungsmittel nur in etwas anderen Mengenverhältnissen. Eine tolle Entgiftung und Belebung der Energieproduktion wäre der Bonus. Von der  Gewichtsreduktion mal ganz abgesehen.

Sie werden nur wenige Ecken des Supermarkts für Ihren Einkauf besuchen. Beim Gemüse nur frisches oder gefrorenes. Bei Eiern, Fleisch und Fisch wählen Sie die bestmögliche Qualität. Sie brauchen ja nicht viel davon.  Kaltgepresstes Olivenöl hat eine große Bandbreite an Qualität. Lassen Sie sich beraten.

Die Liste der „erlaubten“ Nahrungsmittel

Gleich vorweg: dies ist keine vollständige Liste. Sie reicht aber zu Beginn aus und hilft einen Einkaufszettel zu erstellen. Probieren Sie öfter mal was Neues!

Gemüse / Salate

Sie sollten gerade in der Einleitungsphase ganz auf stärke-reiche Gemüse verzichten. Stärke-reich sind z.B. alle Wurzelgemüse. Wählen Sie wenn möglich die Bioqualität bei folgenden Produkten:

100 Gramm enthalten in mg (Eiweiß/Fett/Kohlehydrate)

  • Austernpilze  (2/0/0)
  • Bambussprossen (1,7/0/1)
  • Blumenkohl  (3/0/2)
  • Brokkoli  (4/0,2/2,9)
  • Champignons (3/0/0,8)
  • Chinakohl  (0,7/0,3/0,8)
  • Chicorée  (1/0/2)
  • Eisbergsalat  (0,5/0/0,7)
  • Endiviensalat  (1,2/0,2/3,4)
  • Feldsalat  (2,1/0/0,8)
  • Gurken  (1/0/2)
  • Grünkohl  (3,8/0,8/2,7)
  • Kopfsalat  (1/0/1)
  • Mangold  (1,5/0,6/1)
  • Pfifferlinge  (2/0,4/0)
  • Rosenkohl  (3,4/0,4/4,4)
  • Sauerkraut (2/0/0,8)
  • Stangen-Sellerie  (1/0,2/2)
  • Spargel  (1,9/0,2/2)
  • Spinat  (2/0,8/2)
  • Weißkraut (1,5/0,5/1,9)
  • Zucchini  (3/0/2)

Wenn Ihre Ketonwerte stabil bei 2-4 mmol/l bleiben, dann können Sie folgende Produkte in kleinen Mengen probieren:

  • Knoblauch  (5,8/2/27,0)
  • Zwiebel  (1/0/6)
  • Paprika  (1/0,2/6)
  • Tomaten  (1/0,3/4)

Obst

Fruchtzucker ist ein Problem bei der fastenequivalenten Diät. Wenn Sie zu viel Obst erwischen, wird Ihr Blutzuckerwert ansteigen und Ihr Ketonwert abfallen. Testen Sie Obst frühestens ab der dritten Woche der Einleitungsphase und messen Sie anfangs, etwa eine Stunde nach Verzehr, den Blutzucker- und Ketonwert. Von den hier angegebenen Obstsorten sollten Sie nur ganz geringe Mengen verzehren. Kombinieren Sie das Obst immer mit etwas Fetthaltigem (z.B. Sahne) um den Blutzucker- und Insulin- steigernden Effekt zu bremsen. Wenn Sie an die Energiegewinnung aus Ketonkörpern gewohnt sind, dann produzieren Ihre Mitochondrien viel weniger freie Radikale. Sie brauchen deshalb auch weniger Antioxidantien. Ein Multivitamin-Präparat ist trotzdem eine gute tägliche Ergänzung.

  • Apfel (4-5 ganz dünne Scheiben)
  • Beeren wie Johannisbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren (je nach Größe 1-5)
  • Grapefruit (3-4 Segmente)

 

Eiweiß (Proteine)

Wenn immer es möglich ist, wählen sie Fleisch von Tieren, welche Artgerecht gehalten und gefüttert wurden (ohne „Kraftfutter“). Sie erhalten dann Fleisch, das eine bessere Fettsäure-Verteilung hat (mehr Omega 3; weniger Omega 6) und so weniger entzündungsfördernd ist.“Hormonfleisch“ ist ungünstig; also lieber „Bio“ oder vom Metzger, der seine Lieferanten kennt. Eier und Meeresfrüchte enthalten ein wenig Kohlehydrate, welche mit einberechnet werden müssen. Ein Ei hat etwa 1 Gramm Kohlehydrate. Essen Sie Wurst nur nach dem Studium des Etiketts (es wird alles mögliche zugesetzt, was sich unter Kohlehydraten niederschlägt – dann besser meiden). Entweder die Wurst ist frei von Zusätzen, oder Sie lassen es lieber (Gewürze sind erlaubt). Schinken (gekocht) ist eine Alternative. Speck bitte nicht „geräuchert“ (ohne Nitritpökelsalz). Der Fett- und Eiweiß- Anteil schwankt.

  • Rindfleisch  (20/12/0)
  • Lamm  (15/15/0)
  • Schweinefleisch  (18/9/0)
  • Geflügel  (20/9/0)
  • Fisch (besonders Kabeljau, Lachs, Makrele, Sardinen)  (20/12/0)
  • Meeresfrüchte (ca.2 Gramm Kohlehydrate auf 100 Gramm) (10/2/2)
  • Wild  (20/1/0)
  • Eier  (12/11/1)

Milchprodukte

Milch selbst ist nicht erlaubt. Sie enthält Milchzucker, der den Blutzuckerspiegel hochtreibt. Das Eiweiß in den Michprodukten fördert zusammen mit dem Milchzucker nicht nur den Insulinausstoß, sondern auch die Freisetzung von IGF1- einer Substanz, welche Tumore wachsen lässt. Bei der Herstellung von Butter oder Käse werden die Eiweiße und Zucker weitestgehend entfernt und landen in der Molke. Das übrig gebliebene Milchfett (z.B. Butter, Ghee) ist unserem Körperfett sehr ähnlich und deshalb für die fastenequivalente Ernährung geeignet. Milchfett kann jedoch Abbauprodukte von Östrogen enthalten und ist bei hormonsensiblen Tumoren zu meiden. Magermilch-Produkte sind ganz zu meiden (enthalten nur Eiweiß und Milchzucker). Fette Käse, 40% und mehr, sind besser. Ideal wäre, wenn die Tiere ausschließlich mit Gras, Silage und Heu gefüttert worden wären. Das trifft auch auf Schafs- oder Ziegenmilchprodukte zu.

  • Butter (auch Sauerrahm-Butter) (1/82/0)
  • Ghee (= ausgelassene bzw. geklärte Butter*) (0/99/0)
  • Käse (40% Fett und mehr) (20/40/1)
  • Sahne 30%  (2,5/30/3)
  • saure Sahne  (2/10/4)
  • Joghurt (als Ausnahme; nur vollfett, ohne Zusätze) (3,4/3,5/5)

*Ghee können sie leicht selbst herstellen. Einfach gute Butter, in einem Topf, bei niedriger Hitze verflüssigen. Nach 5 Minuten erwärmen schwimmt das Eiweiß oben und kann abgeschöpft werden. Beim Abkühlen wird Ghee wieder fest. Also noch im flüssigen Zustand in z.B. ein leeres Marmeladenglas umfüllen. Ghee kann längere Zeit im Kühlschrank aufbewahrt werden und wird praktisch nicht ranzig. Also gleich eine größere Menge auf Vorrat herstellen.

Nüsse und Samen

Da Nüsse entzündungsfördernde Omega 6 Fettsäuren enthalten, wird empfohlen nur kleine Mengen zu essen. Manche Nüsse enthalten zu viele Kohlehydrate und sind hier nicht aufgeführt. Besonders empfehlenswert für die fastenequivalente Diät sind Macadamia- Nüsse. Achtung: Nüsse sind nicht kohlehydrat-arm und können, je nach Empfindlichkeit, den Blutzucker hoch treiben.

  • Madeln  (18/55/5)
  • Haselnüsse  (12/61/6)
  • Kokusnuss-Fleisch (ungesüßt!) (4/28/8)
  • Kürbiskerne  (32/55/4)
  • Macadamia-Nüsse  (6/69/6)
  • Para- Nüsse  (13/64/4,5)
  • Pekan-Nüsse (8/74/5)
  • Walnüsse  (10/64/12)
  • Chia- Samen  (21/31/5)
  • Leinsamen  (22/29/0)

Avocados und Oliven

Diese beiden Nahrungsmittel verdienen eigens aufgeführt zu werden. Sie enthalten viele einfach ungesättigte Fettsäuren. Beide steigern auch den gesamten Fettgehalt einer Mahlzeit; ohne dass man es merkt. Eine Avocado-Hälfte hat schon ca. 10 Gramm Fett und ganz wenig Kohlehydrate.

  • Avocado  (2/22/2)
  • Oliven (schwarz) (2/34/5)

Fette und Öle

Dies ist die wichtigste Gruppe an Nahrungsmitteln für Ihre Krebsdiät. Achten Sie auf besonders gute Qualität (Bio; kalt gepresst). Meiden Sie Soja- und Pflanzenöle, da diese sehr viel Omega 6 Fettsäuren enthalten. Kokusöl, Butter, Ghee und ausgelassenes Schmalz sind zum Frittieren und Braten am Besten geeignet. Olivenöl, Leinsamenöl, Mandelöl, Avocadoöl und Macadamiaöl nur kalt verwenden. Alle Öle sind frei von Eiweiß und Kohlehydraten (0/100/0).

  • tierische Fette wie Schmalz und Talg
  • Butter und Ghee (außer bei hormonsensiblen Tumoren)
  • Kokusnussöl (auch MCT -Öl etc.)
  • Fischöl-(Kapseln)
  • Olivenöl
  • Mayonnaise (selbst gemacht aus Olivenöl)
  • Leinsamenöl
  • Mandelöl
  • Avocadoöl
  • Macadamiaöl

Die Verbrennung von Fetten zur Energieerzeugung heißt beta-Oxidation. Da wir die meiste Zeit weder fasten noch Kohlehydrate einschränken, läuft unser „Motor“ mit Glukose (Zucker) und „verlernt“ so die Fettverbrennung. Wir müssen unseren Mitochondrien Zeit geben, sich auf die Fettverbrennung umzustellen. Die ersten zwei Wochen können sich deshalb anfühlen, als ob wir weniger Energie hätten. Sobald die Enzyme und Rezeptoren, welche wir für die beta-Oxidation benötigen aufgebaut wurden, fühlen wir uns fit und energetisch. Gesättigte Fette wie Butter, Kokosfett und Schmalz sind dann die Basis unserer Energieversorgung und so lange wir keine schnell verfügbaren Kohlehydrate zu uns nehmen und so den Insulinspiegel niedrig halten, sind die gesättigten Fettsäuren nicht nur ungefährlich für unsere Arterien- nein, sie werden sogar sauberer verbrannt als die Zucker aus den Kohlehydraten. Hilfreich bei der Umstellung ist die unterstützende Einnahme von Carnitin, Coenzym Q10 und die B-Vitamine (z.B. B-Komplex Plus).

Süßstoffe

Ganz wichtig ist, dass Sie sich den „süßen Zahn“ abgewöhnen. Alleine die Geschmacksempfindung „süß“ und der Gedanke an etwas Süßes können bei empfindlichen Menschen zu einer Insulinausschüttung führen. Ganz abgesehen von der heimtückischen Wirkung auf unser Gehirn. Durch frühere „Belohnungen“ mit Süßem entstand eine Kaskade an neurologischen Effekten. So wird bei einem süßen Geschmackserlebnis vermehrt das Glückshormon Serotonin freigesetzt. Ratten welche bereits kokainsüchtig waren, wählten zwischen Zuckerlösung und Kokainlösung, nach wenigen Tagen überwiegend (94%) die Zuckerlösung. Wenn Sie, aus welchem Grund auch immer, die Zuckerabhängigkeit los werden wollen, dann hilft die Krebsdiät zuverlässig diese Sucht los zu werden. Dies hat sich auch bereits bei Alkoholikern bewährt (Alkoholsucht = Zuckersucht). Also nur wenn nötig süßen mit:

  • Stevia
  • Erythriol (ausnahmsweise; kleine Mengen)

Gewürze und Geschmacksstoffe

Hier können und sollen Sie nach Herzenslust zugreifen. Manche Gewürze haben sogar krebs-hemmende Eigenschaften. So wirkt Kurkuma (Curcumin) der Neubildung von Blutgefäßen, einer wichtigen Eigenschaft bösartiger Tumoren, entgegen. Kurkuma wird im Darm besser aufgenommen, wenn Sie es mit Pfeffer kombinieren.

  •  Anis, Basilikum, Bärlauch, Bockshornklee, Bohnenkraut, Borretsch, Brunnenkresse, Cardamon, Cayenne Pfeffer, Chili, Cilantro, Curry,  Dill, Estragon, Fenchel, Gewürznelke, Ingwer, Kerbel, Knoblauch (auf Kohlehydrate achten), Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel, Kurkuma, Liebstöckel, Lorbeer, Majoran, Muskatnuss, Nelke, Paprika, Petersilie, Pfeffer, Pfefferminze, Rosmarin, Safran, Salbei, Salz (brauchen Sie etwas mehr auf der Krebsdiät wegen des Salzverlusts über die Nieren), Schnittlauch, Senf (ohne Zucker!), Thymian, Wacholder, Ysop, Zimt, Zitronengras, Zitronenmelisse, Zitronensaft (max. 1 Esslöffel pro Tag) etc.

Bei Gewürzmischungen immer das Etikett lesen um versteckte Kohlehydrate zu meiden. Monosodium Glutamat (MSG; Geschmacksverstärker) unbedingt meiden.

Getränke

Auf der Krebsdiät ist Wasser Ihr wichtigstes Getränk. Durch den leichten Salzverlust über die Nieren ist es wichtig, während der Krebsdiät genügend zu trinken. Grüner Tee wirkt auch der Gefäßneubildung bei bösartigen Geschwüren entgegen. Drei Tassen Grüner Tee täglich werden empfohlen.

  • Wasser
  • Grüner Tee
  • entkoffeinierter Kaffee, Tee (Koffein führt zur Glukosefreisetzung aus der Leber)
  • Mineralwasser
  • Ungesüßte Kokos- oder Mandel-Milch. Nicht aus der Dose, sondern aus der Flasche oder dem Tetrapack. Ergibt mit Kokosfett, ein wenig Stevia und eventuell ein wenig reines Kakaopulver oder Vanillearoma einen tollen Shake.

Generelle Tipps:

Wenn Sie mit der Krebsdiät beginnen, müssen Sie sich zuerst mit den hier vorgestellten Produkten „eindecken“. Als nächstes müssen Sie sich ein Ketonmessgerät besorgen. Sie sollten wenn möglich nicht nur ärztliche sondern auch ernährungs-technische Hilfe für die ersten Schritte in Anspruch nehmen. Bis wir eine Liste geeigneter Ernährungsberater zur Verfügung haben, stehe ich Ihnen hiermit gerne zur Verfügung tel. (0049) 08856 6099529 oder 0033 490 090 195. Es fällt eine „Entlohnung“ von 20 Euro für 15 Minuten Beratung an.

Machen Sie sich einen Menüplan, den Sie in Ihr Bücherl schreiben. Bereiten Sie kleine Zwischenmahlzeiten vor, so dass Sie bei Bedarf einfach nur zugreifen müssen. Ein paar Macadamianüsse oder Oliven und ein Stückchen Butterkäse mit einer Selleriestange, helfen über „Tiefs“ hinweg. Hier ein paar Beispiels-Mahlzeiten:

Frühstück

2 Eier in Kokosfett oder Butter/Ghee gebraten. Mit 100 Gramm Spinat und einer halben Avacado. Dazu grüner Tee.

Mittagessen

Gemischter Salat mit der zweiten Avocadohälfte. Olivenöl und Essig (kein Balsamico). Eine Dose Sardinen.

Snack

Ziegenkäse mit Olivenöl und Kräutern, dazu ein paar Oliven und eine 1/4 Gurke in Steifen geschnitten.

Abendessen

Lachs mit zweierlei Gemüse. Buttersoße mit Sesam und Gewürzen.

Vor dem Schlafengehen:

Ein Esslöffel Mandelbutter gemischt mit 2 Esslöffel Kokosfett zu einem Brei verrühren und auf eine Selleriestange geben.

Die Mengen richten sich nach Ihrem Gewicht und Ihrer körperlichen Aktivität. Versuchen Sie aber bei den Kohlehydraten nicht mehr als 15 Gramm pro Tag zu essen. Bei einem 80 kg Menschen liegt der Grenzwert für Eiweiße (Proteine) bei 64 Gramm (80 x 0,8). Der Grenzwert für Fette und Öle hängt von den erreichten Ketonwerten und Glukosewerten ab. Generell sollten Ihre Gesamtkalorien etwas unter dem täglichen Energiebedarf liegen. Berechnen Sie Ihren Grundumsatz und Ihren Kalorienbedarf. Ein 60 jähriger Mann der 1,80 m groß ist und 80 kg wiegt hat einen Grundumsatz von 1662,50 Kalorien und bei leichter körperlicher Aktivität einen Gesamt- Kalorienbedarf von 2826,25 Kalorien. Durchschnittlich sollte man bei 30% unter dem Kalorienbedarf ein ideales Verhältnis von Ketonkörpern zu Glukose erreichen (1:1 in mmol/l): 2826- 847,8= 1978,2. Unser Beispiel müsste dann aufpassen 1980 Kalorien täglich nicht zu überschreiten. Schon ein wenig mehr körperliche Aktivität schiebt diese Zahl jedoch deutlich nach oben. Die Erfahrung zeigt, dass bei einer solch hohen Kaloriendichte, wie auf der Krebsdiät, sehr schnell eine Sättigung erreicht wird.

In Zukunft wird es ein Buch zur „Krebsdiät“ geben, welches genaue Rezepte enthalten wird. Essen sie generell nicht so viel Fett auf einmal, dass es Ihnen schlecht wird. Dann lieber öfter mal kleinere Mahlzeiten.

Hier noch eine Liste mit den Nahrungs- und Genußmitteln, die Sie unbedingt meiden müssen:

Kein Zucker! Sucrose, Maltose, Dextrose sind alles Zucker. Wenn Sie Zweifel haben, schauen Sie im Internet nach. Auch Honig, Melasse und Ahornsirup sind zu vermeiden. Trockenfrüchte müssen gemieden werden.

Keine Körner/Mehlprodukte! Kein Weizen, Mais, Reis, Hafer, Roggen Gerste etc. und nichts was daraus hergestellt wird (Brot, Nudeln, Plätzchen, Kuchen etc.)

Keine stärke-reichen Gemüse! Keine Kartoffeln, Süßkartoffeln, gekochte Karotten (rohe Karotten sind ok), Erbsen, rote Beete etc.

Kein kohlehydrat-reiches Obst! Keine Bananen, Orangen, Birnen, Ananas. Nachdem Sie stabile Ketonwerte von 3-4 mmol/l erreicht haben, können Sie eine Gemüseportion weglassen und statt dessen ein paar Beeren mit Sahne essen. Messen Sie den Ketonwert nach den ersten Versuchen.

Keine Leguminosen! Keine Erdnüsse, kein Soya, keine Bohnen oder Linsen. (Wenn Sie eine vegetarische oder vegane Krebsdiät durchführen möchten, müssen Sie hier etwas großzügiger sein, um Ihren Eiweißbedarf zu decken.

Keine Milch und auch keine Weichkäse-Produkte! Auch Hüttenkäse enthält zu viel Milchzucker.

Kein Alkohol! Es fällt tatsächlich leichter als gedacht auf Alkohol zu verzichten, wenn sie Zucker und Stärke weglassen.

Diätfehler: Kinder welche die ketogene Diät wegen Epilepsie einhalten müssen , erleben bei einem Diätfehler oft unmittelbar einen epileptischen Anfall. Durch diese heftige Rückmeldung fällt es den betroffenen Kindern oft „leichter“ die Diät konsequent einzuhalten. Bei Krebserkrankungen gibt es eine solche Rückmeldung nicht. Lediglich eine Messung der Keton-Werte würde einen Fehler anzeigen. Bei den veröffentlichten Fällen von Dr. Fine hatten all jene Patienten großartige Erfolge, welche die höheren Ketosewerte (3-4 mmol/l) hatten.

Beispiele:

In Amerika gibt es schon viele Berichte von Menschen mit Krebserkrankungen welche die hier vorgestellte kalorienreduzierte ketogene Ernährung für ihre guten Resultate verantwortlich machen. In diesem Artikel beschreiben Joe Mancaruso (Lungenkrebs) und Alix Hayden (Gehirntumor) ihre Erfahrungen.

Forschungsergebnisse aus Deutschland:

Frau Dr. Schmidt von der Universität Würzburg hat eine Studie zur Anwendbarkeit der ketogenen Ernährung durchgeführt. Dabei wurde die Aufnahme der Gesamtkalorien nicht überwacht. Auch wurde die Menge an Eiweiß nicht eingeschränkt. Die Patienten führten also praktisch die Einleitungsphase einer Atkins-Ernährung durch, welche sich von der hier dargestellten Krebsdiät essentiell unterscheidet. Der Krebs kann bei uneingeschränkter Eiweißaufnahme die Aminosäure Glutamin statt Glukose zur Energiegewinnung nutzen und so leichter überleben. Auch wurde bei der Studie von Frau Dr. Schmidt keine „therapeutische Zone“ für den Ketonwert festgelegt oder überprüft. Nur bei einer Kalorienzahl unter dem Gesamt-Kalorienbedarf stellt sich jedoch ein Verhältnis von Blut-Ketonkörper zu Blutzucker von 1:1 ein (jeweils mmol/l). Dennoch waren die Ergebnisse von Frau Dr. Schmidt ermutigend. Sie schreibt:

„Es gibt Erkenntnisse, dass sich der Stoffwechsel von vielen Krebszellen deutlich von den Zellen des gesunden Körpers unterscheidet: Tumorgewebe bevorzugen Zucker zur Energiegewinnung und sichern sich über verschiedenste Mechanismen eine ausreichende Versorgung mit diesem für sie essenziellen Treibstoff. Im Gegensatz hierzu hat der Körper (die gesunden Zellen) von Krebspatienten häufig eine stark gestörte Kohlenhydratverwertung (Insulinresistenz) und ihr Stoffwechsel bevorzugt Fett als Energielieferant. Wir wollen Ihnen daher hier eine Ernährungsform vorstellen, die dem Tumor die Zucker-liefernden Nährstoffe, die Kohlenhydrate, vorenthält und den Körper mit ausreichend Energie in Form von Fetten bei ausreichendem Eiweißangebot versorgt. Eine solche kohlenhydratarme und fettreiche Ernährungsform wird „ketogene Diät“ genannt und bereits bei einigen Erkrankungen (wie z. B. Epilepsien bei Kindern) weltweit in den Kliniken eingesetzt. 3 Einzelbeobachtungen an Krebspatienten, die bereits eine solche ketogene Diät durchführen, geben Anlass zu der Hoffnung, dass diese Form der Ernährung das Fortschreiten einer Tumorerkrankung aufhalten oder zumindest verlangsamen könnte. In Begleitung zu einer Chemotherapie durchgeführt, kann diese Ernährungsform die Nebenwirkungen (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen und Übelkeit) reduzieren sowie den Gewichtsverlust – und insbesondere den Verlust von Muskelmasse – verhindern.“

Viel Erfolg!

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Ein Gedanke zu “Die Krebsdiät

  1. Regina schreibt:

    Ich lese seit einigen Jahren die Newsletter von Dr. Rohsmann, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf ihn mal zu kontaktieren. Aber wie das so ist, es blieb immer nur ein Gedanke und wurde nie in die Tat umgesetzt. Heute erhielt ich die Infos über die Krebsdiät und habe zum Hörer gegriffen, bevor sich der Schweinehund meldet. Es war ein sehr angenehmes hilfreiches Gespräch und ich kann allen empfehlen, die so wie ich denken: „Herr Rohsmann hat wahrscheinlich gar keine Zeit mit mir zu sprechen…“ oder ähnliches, einfach aktiv zu werden und sich davon zu überzeugen, dass es sich wirklich lohnt, mit ihm zu sprechen.

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